Wie abergläubisch sind Sportler eigentlich?

Nationalstürmer Mario Gomez (30) gilt als sehr abergläubig. (Quelle: www.flickr.com, I3o_)
Nationalstürmer Mario Gomez (30) gilt als sehr abergläubig. (Quelle: www.flickr.com, I3o_)

Sportler sind wahnsinnig abergläubisch. So viel sei schon mal verraten. Ob es um ein bestimmtes Kleidungsstück geht, den Bartwuchs oder andere Praktiken, die immer und immer wieder, beinahe religiös wiederholt werden – vielen Athleten sind bestimmte Abläufe vor, während oder nach dem Spiel unheimlich wichtig.

Wenn er seine Rituale aufgeben und dann ein Spiel verlieren würde, müsste er sich ständig fragen, ob das wohl der Grund für die Niederlage war, erklärte der Stürmer Mario Gómez seine Vorlieben.

Der ehemalige Stuttgarter Stürmer, der derzeit für Beşiktaş Istanbul spielt, weigert sich zum Beispiel die Nationalhymne mitzusingen und ist sogar schon so weit gegangen, bei der Europameisterschaft im Jahr 2008 immer nur das Pissoir am äußersten linken Rand zu benutzen, so die Bild Zeitung.

Kolo Touré (34) vom FC Liverpool ist derart abergläubisch, dass er immer als letzter Spieler seines Teams den Platz betritt.
Kolo Touré (34) vom FC Liverpool ist derart abergläubisch, dass er immer als letzter Spieler seines Teams den Platz betritt.

Fußballkollege Kevin Großkreutz zieht sich die Schuhe immer in einer bestimmten Reihenfolge an. Außerdem achtet er darauf, die Kabine nach dem Aufwärmen immer als Letzter zu betreten.

Laut FAZ praktiziert FC-Liverpool-Spieler Kolo Touré das gleiche Ritual, nur genau anders herum. Dass der extrem abergläubische Spieler das Feld nur als Letzter betritt, hat ihm sogar einmal die Gelbe Karte eingebracht, so ernst ist es ihm mit dem Ritual.

Damals spielte er noch für Arsenal. Zur zweiten Halbzeit eines Champions-League-Spiels kam der Abwehrspieler zu spät, da er sich weigerte, die Umkleidekabine zu verlassen, nachdem der verletzte Spieler William Gallas noch behandelt wurde. Das hätte bedeutet, dass Gallas nach ihm das Feld betreten hätte. So musste die Mannschaft wohl oder übel mit 9 Mann antreten und Touré handelte sich die Gelbe Karte vom Schiedsrichter ein, als er das Feld wieder betrat.

Auch Silberpfeil-Star Lewis Hamilton (30) verlässt sich nicht nur auf sein Können als Formel-1-Pilot. Quelle: flickr.com, Alistair Rickman
Auch Silberpfeil-Star Lewis Hamilton (30) verlässt sich nicht nur auf sein Können als Formel-1-Pilot. Quelle: flickr.com, Alistair Rickman

Allerdings steht Kolo Touré damit nicht alleine da. Der Engländer Paul Ince, der früher für Manchester United und auch Liverpool gespielt hat, betritt das Feld, wie Touré, immer nur als letzter Spieler.

Der ehemalige Fußballer Gary Lineker hatte seine ganz persönlichen Methoden, das Glück auf seine Seite zu ziehen. Er zielte beim Warmmachen niemals aufs Tor, denn er wollte keinen Schuss vergeuden. Wenn er kein Tor in der ersten Halbzeit geschossen hatte, wechselte er stets sein Trikot vor der zweiten. Und falls er längere Zeit gar nicht erfolgreich war, suchte er den Friseur auf.

Fußballer sind ja bekanntlich abergläubisch, aber gilt das auch für andere Sportarten? Die Antwort ist ein klares „Ja“.

Michael Jordan, zum Beispiel, trug während seiner Zeit bei den Chicago Bulls die Shorts der Mannschaft, mit der er im Jahr 1982 erfolgreich war – nämlich die von seinem College.

Rafael Nadal (29) gilt als Marotten-König der Tennis-Szene. Quelle: flickr.com, Yann Caradec
Rafael Nadal (29) gilt als Marotten-König der Tennis-Szene. Quelle: flickr.com, Yann Caradec

Lewis Hamilton soll immer mit dem rechten Fuß zuerst in sein Rennauto steigen. Außerdem soll der Formel-1-Weltmeister auf Reisen stets seine Gitarre mitnehmen.

Vielleicht ist es dem ein oder anderen aufgefallen: Tiger Woods ist auf Fotos überdurchschnittlich oft im roten Hemd zu sehen. Das liegt daran, dass der Golfstar jeden Sonntag und bei jedem Finale Rot trägt. Der Grund ist einfach: Seine Mutter findet, die Farbe sei seine „Power-Farbe“. Und wie ein guter Sohn hört der talentierte Star auf seine Mutter. So lautete auch seine eigene Begründung, die er im Jahr 2009 auf seiner Website verfasste.

Für den Ski-Springer Jakub Janda ist das Einhalten von Regeln beim Autofahren besonders wichtig. Der Tscheche sitzt dort immer hinter dem Beifahrer.

Im Eishockey hat sich eine ganz andere Tradition eingebürgert: Spieler rasieren sich bei einer Meisterschaft den Bart so lange nicht ab, bis das letzte Spiel entweder gewonnen wurde oder eine vorzeitige Eliminierung erfolgt ist. Das führt dazu, dass ganze Mannschaften mit langen Bärten über das Eis flitzen.

Und da wir gerade beim Thema “Hygiene” sind – der Baseballspieler Turk Wendell putzt sich zwischen jedem Inning die Zähne.

Und noch ein Eishockeyspieler hat so seine Angewohnheiten: Der Torhüter Patrick Roy spricht mit den Torpfosten. Anscheinend hilft’s.

Auch einige Tennisspieler hat der Aberglaube fest im Griff. Ana Ivanovic lässt den Ball beim Aufschlag nur einmal am Boden aufprallen und tritt nie auf die weiße Seitenlinie.

Tenniskollege Rafael Nadal stellt sich überhaupt nicht auf die Linie und betritt das Feld immer joggend. Gleichermaßen mied Goran Ivanisevic während seiner Zeit als Profi die Seitenlinie wie die Pest. Außerdem unterzog sich Ivanisevic bei einem Sieg der komplizierten Prozedur alles, was er am Vortag gemacht hatte, zu wiederholen. Nur zur Sicherheit.

Nicht nur im Sport gibt es Aberglauben. Es gibt ihn in vielen Bereichen der Gesellschaft. Vom Aberglauben im Glücksspiel bis hin zu Wahrsagern. Ob er nun wirkt oder nicht, das sei jedem selbst überlassen.


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