Scharfe Kritik nach Sitzblockade: Handelte Polizei "rechtswidrig"?

Hamburg - Die Polizei in Hamburg hat ihr Vorgehen bei der Auflösung einer Sitzblockade im Anschluss der Fridays for Future-Demonstration verteidigt.

Beamte der Hamburger Polizei lösen eine Sitzblockade am Stephansplatz auf.
Beamte der Hamburger Polizei lösen eine Sitzblockade am Stephansplatz auf.  © citynewstv.de

Demnach hätten die Einsatzkräfte einige Demonstranten unter Anwendung einfacher körperlicher Gewalt von der Fahrbahn gebracht.

Auf mehrere Aufforderungen und die Androhung unmittelbaren Zwangs hatten diese zuvor nicht reagiert, teilte Pressesprecher Timo Zill am Samstag in einem Statement auf Twitter mit.

"Die Einsatzkräfte haben dies im erforderlichen Maße, ruhig, besonnen und professionell durchgesetzt."

Auf Twitter waren zuvor Videos und Bilder des Einsatzes verbreitet worden. Nutzer warfen der Polizei die Anwendung sogenannter Schmerzgriffe vor.

In einem Video ist etwa zu sehen, wie Polizisten einen Demonstranten in einen Spezialgriff nehmen, seinen Kopf zur Seite drehen und ihn wegtragen.

In einem anderen Video ist zu sehen, wie ein Polizist eine Teilnehmerin einer Sitzblockade festhält, während ein anderer offenbar schmerzhafte Griffe an ihrer Hand anwendet.

Renate Künast kritisiert Vorgehen der Polizei

Auch nahe der Lombartsbrücke wurden Demonstranten von den Beamten von der Straße bewegt.
Auch nahe der Lombartsbrücke wurden Demonstranten von den Beamten von der Straße bewegt.  © Christian Charisius/dpa

"Eine Klima-Sitzblockade so brutal anzugehen ist echt das Letzte", äußerte sich Emily Laquer von der vom Verfassungsschutz beobachteten Interventionistischen Linken auf Twitter.

"Ich halte das für rechtswidrig! Verhältnismäßigkeit ist Vorschrift", schrieb die Bundestagsabgeordnete Renate Künast (Grüne) unter einem Videobeitrag.

Weitere Kommentatoren erklärten, dass es sich bei vielen Teilnehmern an Protestaktionen um Minderjährige gehandelt habe. "Werden Schmerzgriffe bei Kindern eingesetzt?", hieß es in einem Kommentar.

Zur Sitzblockade aufgerufen hatte das Bündnis "Sitzenbleiben!", ein Zusammenschluss aus den Gruppen "Ende Gelände Hamburg", der Interventionistischen Linken Hamburg und anderer Initiativen.

Bei der Fridays for Future-Demonstration waren zuvor nach Angaben der Polizei 70.000 Menschen friedlich für den Klimaschutz auf die Straße gegangen.

Titelfoto: citynewstv.de

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