"Skin": Brutaler Neonazi-Reißer ist einer der heftigsten Filme des Jahres!

Deutschland - Nichts für zartbesaitete Gemüter! Der Neonazi-Aussteiger-Film "Skin" (Kinostart am 3. Oktober) vom "Oscar"-prämierten Regisseur Guy Nattiv (Kurzfilm "Skin") ist einer der heftigsten Filme des Jahres.

Bryon Widner (Jamie Bell) will aus der Neonazi-Szene aussteigen, was seine Familie aber nicht akzeptieren will.
Bryon Widner (Jamie Bell) will aus der Neonazi-Szene aussteigen, was seine Familie aber nicht akzeptieren will.  © PR/Ascot Elite Entertainment / 24 Bilder

In ihm steht Bryon Widner (Jamie Bell) im Blickpunkt. Der ist ein waschechter Neonazi und wurde schon als Kind von der Straße aufgelesen.

Von seiner neuen Mutter Shareen (Vera Farmiga) und Anführer Fred "Hammer" Krager (Bill Camp) wurde ihm von früh auf Hass und Wut gegen Ausländer eingetrichtert.

Deshalb beherrschen diese Gefühle ihn. Widner kämpft mit seinen Kumpanen der White-Power-Bewegung gegen alles, was nicht in ihr gefährliches Weltbild passt.

Bei einer Demonstration kommt es zum brutalen Kampf mit Afroamerikanern. Widner verletzt einige Personen schwer und wird festgenommen. Doch die Polizei kann weder ihm, noch seiner Familie etwas nachweisen und lässt ihn deshalb wieder frei.

Der Moment, der ihn zum Umdenken bringt, ereignet sich beim sogenannten "Nordic Fest", als drei Mädchen von einem betrunkenen Neonazi beschimpft und beworfen werden, nur weil sie nicht das singen, wonach ihm der Sinn steht. Bryon rastet aus, schlägt den Störenfried brutal nieder und freundet sich mit der Mutter der drei verschreckten Kinder an: Der Aussteigerin Julie (Danielle Macdonald).

Zwischen ihnen entwickelt sich mehr und so steht für Widner schnell fest, dass er die hasserfüllte Szene verlassen will. Doch seine "Familie" will das nicht akzeptieren und schreckt dabei auch vor Gewalt nicht zurück...

Acht Monate nach der Deutschland-Premiere kommt "Skin" endlich auch regulär in die Kinos

Bryon Widner (Jamie Bell) trinkt, um seine negativen Gefühle zu vergessen.
Bryon Widner (Jamie Bell) trinkt, um seine negativen Gefühle zu vergessen.  © PR/Ascot Elite Entertainment / 24 Bilder

Schon im Februar 2019 auf der 69. Berlinale war "Skin" eines der Highlights (TAG24 berichtete). Die brachial erzählte Geschichte fesselt von der ersten bis zur letzten Minute, was auch an der überragenden schauspielerischen Leistung von Bell ("Billy Elliot - I Will Dance", "King Kong") liegt, der mit seiner Vielseitigkeit begeistert.

So können die Zuschauer eine emotionale Bindung zu ihm und den anderen Figuren aufbauen.

Dazu weiß die erstklassige Milieu- und Charakterstudie mit all ihren Details, der tiefgründigen Art und Weise der Darstellung und dem entlarvenden Blick hinter die Kulissen sowie den Manipulationsstrategien der US-amerikanischen White-Power-Bewegung zu überzeugen.

Eine weitere große Stärke des Dramas ist das ausgewogene Erzähltempo. Denn es gibt zwar viele gewaltvolle Szenen, doch ihre Inszenierung ist nüchtern und realistisch, was in Verbindung mit vielen ruhigeren Sequenzen, in denen Wert auf die Entwicklung der Figuren, starke Dialoge und ein hervorragendes Drehbuch gelegt wird, eine noch stärkere Wirkung zur Folge hat.

Wie der Titel schon vermuten lässt, spielt auch Widners Haut, auf der unzählige rassistische Tattoos prangen, eine Hauptrolle. Die schmerzhafte Entfernungsprozedur steht sinnbildlich für den qualvollen Weg, den er gehen muss, um seine Vergangenheit hinter sich zu lassen.

Aufgrund all dieser Stärken und der brisanten Geschichte ist "Skin" gerade in der heutigen Zeit ein unbedingt sehenswerter, aufwühlender Film von hoher Wichtigkeit geworden.

Bryon Widner (Jamie Bell) lässt sich nach und nach und unter großen Schmerzen seine Tattoos entfernen.
Bryon Widner (Jamie Bell) lässt sich nach und nach und unter großen Schmerzen seine Tattoos entfernen.  © PR/Ascot Elite Entertainment / 24 Bilder

Titelfoto: PR/Ascot Elite Entertainment / 24 Bilder

Mehr zum Thema Kino & Film News:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0