Brutaler Neonazi-Reißer "Skin": Erster Trailer nur für Hartgesottene!

USA - Hammerhart! Der erste Trailer zu "Skin" ist da. Der Film vom "Oscar"-prämierten Regisseur Guy Nattiv (Kurzfilm "Skin") lief bereits auf der diesjährigen Berlinale in der Sektion "Panorama" und begeisterte dort mit seiner heftig inszenierten, auf wahren Begebenheiten beruhenden Geschichte das Publikum.

Die vielen rechtsradikalen Tattoos ließ sich der frühere Neonazi Bryon Widner (Jamie Bell) mit einer extrem schmerzhaften Prozedur entfernen.
Die vielen rechtsradikalen Tattoos ließ sich der frühere Neonazi Bryon Widner (Jamie Bell) mit einer extrem schmerzhaften Prozedur entfernen.  © PR/ Ascot Elite Filmverleih

Im Mittelpunkt steht der frühere Neonazi Bryon Widner (Jamie Bell). Der wurde schon als Kind von einer Familie Rassisten um Shareen (Vera Farmiga) und Fred "Hammer" Krager (Bill Camp) adoptiert und dementsprechend erzogen.

So ist Widner von Hass, Wut und Gewaltbereitschaft geprägt, kämpft mit seinen Kameraden gegen alles, was nicht in das rechtsradikale Weltbild passt.

Er, seine Familie und andere Teile der US-amerikanischen White-Power-Bewegung treffen bei einer Demonstration auf protestierende afroamerikanische Bürger.

Aus anfänglichen Beschimpfungen und Beleidigungen entwickeln sich brutale Schlägereien, bei denen einige Personen schwer verletzt werden.

Widner wird festgenommen, doch weder ihm, noch seiner Familie kann etwas nachgewiesen werden, weshalb er bald wieder auf freiem Fuß ist.

Als es dann beim sogenannten "Nordic Fest" zu einem Eklat kommt und drei singende Mädchen von einem betrunkenen Neonazi verbal attackiert und abgeworfen werden, reicht es Widner: Es schlägt den Störenfried nieder und freundet sich mit Aussteigerin Julie (Danielle Macdonald), der Mutter der drei Kinder, an.

Durch sie lernt er positivere Seiten des Lebens kennen und will seine Zeit als Neonazi nun hinter sich lassen. Das kann und will seine Familie allerdings nicht akzeptieren, die deshalb zu immer drastischeren Mitteln greift...

Bewegende Geschichte hervorragend erzählt, großartiger Cast

Bryon Widner (Jamie Bell) war lange Jahre erfüllt von Hass und Wut.
Bryon Widner (Jamie Bell) war lange Jahre erfüllt von Hass und Wut.  © Screenshot/YouTube/One Media

Der erste Trailer gibt nun einen Eindruck von der Intensität, mit der der Film erzählt wurde.

Deshalb bekam er auf der Berlinale auch eine Altersfreigabe ab 18 Jahren verpasst - völlig zurecht übrigens.

Dort wurde er im Februar dem Publikum insgesamt sechsmal gezeigt. Der Autor dieser Zeilen konnte die letzte Vorstellung wahrnehmen und war begeistert: Denn "Skin" braucht den Vergleich zu Genregrößen wie "American History X" nicht zu scheuen.

Nattivs Werk ist nämlich ähnlich hart und brachial erzählt, ohne dabei die wichtige Geschichte zu vernachlässigen.

So will Widner einfach nur aus der hasserfüllten Welt aussteigen, seine tief in ihm brodelnde Wut ablegen und die Freiheit haben, mit Julie und ihren Kindern ein ruhiges Leben zu führen.

Mit welchen Mitteln seine "Familie" das zu verhindern versucht, zeigt Nattiv schonungslos, ohne es mit der Brutalität zu übertreiben. Dass sie so nüchtern dargestellt wird, macht sie sogar noch effektiver und härter zu ertragen.

Das gilt auch für den Aspekt des Filmes, der ihm seinen Namen gab: Die rechtsradikalen Tattoos Widners machen seine Gesinnung für jeden sofort deutlich. Im wahren Leben ließ er sie sich mit einer schmerzhaften Prozedur entfernen - was in "Skin" ebenfalls gezeigt wird.

Mitreißende Milieu- und Charakterstudie

Doch irgendwann wollte Bryon Widner (Jamie Bell) aus der Neonazi-Szene aussteigen.
Doch irgendwann wollte Bryon Widner (Jamie Bell) aus der Neonazi-Szene aussteigen.  © PR/ Ascot Elite Filmverleih

Zusätzlich zu alldem werden auch die Figuren hintergründig beleuchtet, ihre teilweise offensichtlichen, ebenso wie ihre versteckten Manipulationsmittel authentisch und realitätsnah dargestellt.

Auch die ganz eigene Welt der weißen Rassisten wird tiefschürfend beleuchtet und in Form einer Milieu- und Charakterstudie mit vielen erleuchtenden Details dargestellt. Dieser enthüllende Blick hinter die Kulissen ist eine der größten Stärken dieses großartigen Films.

Deshalb können die Zuschauer emotional eine Verbindung zu den Charakteren aufbauen und fiebern die gesamten 110 Minuten mit.

Das liegt auch an den herausragenden Leistungen der Schauspieler. Besonders Bell ("Snowpiercer", "King Kong", "Billy Elliot - I Will Dance") zeigt die beste Leistung seiner Karriere und blüht in seiner vielschichtigen Rolle auf: Ob Wutausbrüche oder ganz subtil dargestellte Szenen: Bell meistert alles und hätte den Film auch im Alleingang getragen. Doch er bekommt tatkräftige Unterstützung von Farmiga ("Bates Motel"), Macdonald ("Patti Cake$ - Queen of Rap") und Camp ("12 Years A Slave"), weshalb "Skin" auch in dieser Hinsicht fasziniert.

Wann deutsche Kinofans diesen Ausnahmefilm sehen können, steht noch nicht fest. Zwar gibt es mit Ascot Elite bereits einen deutschen Verleiher, einen Starttermin allerdings noch nicht, obwohl "Skin" mit entsprechender Werbung sein Publikum finden sollte.

Titelfoto: PR/ Ascot Elite Filmverleih

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