Kein Scherz: Europäisches Land bekommt neuen Namen!

Skopje - Mögliches Ende eines jahrelangen Nachbarschaftsstreits: Griechenland und Mazedonien haben ihren über 25 Jahre dauernden Zwist um den Namen der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik beigelegt.

Anhänger der Opposition demonstrieren vor dem Regierungsgebäude.
Anhänger der Opposition demonstrieren vor dem Regierungsgebäude.  © Boris Grdanoski/AP/dpa

Die Regierungschefs Mazedoniens und Griechenlands, Zoran Zaev und Alexis Tsipras, haben sich auf einen Kompromiss geeinigt: Mazedonien wird in Zukunft Republik Nord-Mazedonien heißen.

Das Wichtigste dieser Vereinbarung ist laut Tsipras, dass der nördliche Nachbar Griechenlands nicht mehr mit dem antiken Mazedonien verwechselt werden kann, das Athen als Teil seiner Geschichte versteht. Vorangegangen waren mehrmonatige Verhandlungen unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen (UN).

Zaev sprach in Skopje von einer "historischen Einigung" mit dem ein 25-jähriger Streit mit dem Nachbarn beendet werden könne.

"Auf Mazedonien kommen jetzt bessere Zeiten zu", sagte er. Diese einzigartige Chance auf eine europäische Perspektive und die Beendigung der Isolation des Landes müsse genutzt werden.

Nach jahrelangem Streit haben sich Tsipras (l.) und der Regierungschef Mazedoniens, Zaev, auf einen Kompromiss für den Namen der früheren jugoslawischen Teilrepublik verständigt.
Nach jahrelangem Streit haben sich Tsipras (l.) und der Regierungschef Mazedoniens, Zaev, auf einen Kompromiss für den Namen der früheren jugoslawischen Teilrepublik verständigt.  © Marios Lolos/XinHua Eurokinissi/dpa

Der Namensstreit schwelt, seit Mazedonien 1991 als ehemalige Teilrepublik des zerfallenen Jugoslawiens die Unabhängigkeit erklärte.

Damals war Mazedonien der einzige Teil Jugoslawiens, der ohne Krieg gegen Serbien aus dem Staatsverband ausscherte.

Dafür aber stieß Skopje auf massive Probleme mit Athen. Griechenland lehnt den Staatsnamen Mazedonien ab, weil seine im Norden liegende Provinz ebenfalls so heißt.

Athen befürchtete spätere Gebietsansprüche des nördlichen Nachbarn. Als UN-Mitglied firmiert das Land bislang unter dem Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (FYROM).

Die Bundesregierung begrüßte die Einigung als "großartige Nachricht". "Skopje und Athen haben heute Geschichte geschrieben", erklärte Außenminister Heiko Maas (SPD) in Berlin. Ein entscheidendes Hindernis für die Annäherung Skopjes an die EU und Nato sei damit aus dem Weg geräumt.

Mogherini und EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn setzen nun darauf, dass der EU-Gipfel Ende Juni den Weg zur Eröffnung von Beitrittsverhandlungen freimacht. Bereits am 17. April hatte die EU-Kommission die Aufnahme solcher Verhandlungen mit Mazedonien und Albanien empfohlen und dies mit den Reformfortschritten in den beiden Balkanländern begründet.


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