Einmalig in Thüringen! Gefangene können nun mit Angehörigen Skypen

Hohenleuben - Die JVA startet mit einem neuen Pilotprojekt! Zukünftig können die Gefangenen virtuellen Besuch empfangen. Denn über Skype ist es den Insassen nun möglich mit Familie und Freunden, die eventuell zu weit weg wohnen, regelmäßiger zu telefonieren und sie auch zu sehen.

Ein Beamter schaut über das Gespräch mit drüber, kann aber nicht zuhören.
Ein Beamter schaut über das Gespräch mit drüber, kann aber nicht zuhören.  © DPA

Seit Dienstag steht den Gefangenen der Justizvollzugsanstalt in Hohenleuben ein ganz besonderes Privileg zur Verfügung. Denn nun könne die Insassen via Skype mit ihren Familien und Freunden telefonieren.

"Damit sind wir die erste Anstalt in Thüringen die das erprobt", erklärt Andreas Burdan, stellvertretender Leiter der JVA Hohenleuben gegenüber TAG24 Erfurt.

In anderen Bundesländern wie zum Beispiel Schleswig-Holstein und Sachsen wurde diese Art der Kommunikation bereits getestet und positiv bewertet.

"Der Besuch allgemein ist sehr bedeutsam für die Gefangenen. Er ist auch wichtig für die Wiedereingliederung in die Gesellschaft", so Burdan weiter, der aber auch weiß, dass es nicht die Nähe ersetzt. "Aber wenigstens können die Gefangenen ihren Gesprächspartner jetzt auch sehen."

Die JVA Hohenleuben ist die erste Anstalt in Thüringen mit diesem Projekt.
Die JVA Hohenleuben ist die erste Anstalt in Thüringen mit diesem Projekt.  © DPA

Drei Gründe führt Burdan dabei auf, weswegen Skype eine vertretbare Ersatzvariante ist:

"Als erstes haben wir Gefangene deren Angehörigen im Ausland leben und somit nicht die Möglichkeit haben regelmäßig her zu kommen. Zum anderen spielen auch manchmal gesundheitliche Probleme eine Rolle. Manche Angehörigen schaffen es nicht mehr in ein Auto zu steigen und zu Besuch zu kommen. Und an dritter Stelle ist noch der finanzielle Grund zu nennen."

Grundsätzlich werden die Gespräche nicht mitgehört, allerdings wird das Gespräch über einen separaten Computer von einem Beamten beobachtet, dass nichts Verbotenes geschieht.

Schon jetzt ist die Anfrage groß, wie Andreas Burdan erklärt. Für etwa ein halbes Jahr soll das Pilotprojekt nun getestet werden. Danach wird es ausgewertet und entschieden, wie es nach dem halben Jahr weiter geht.

Titelfoto: DPA


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