Aufgepasst: Was dein Smart-TV alles über dich sammelt und verrät!

Köln - Na, mal wieder eine lange Netflix-Nacht, bei Amazon eine Staffel nach der anderen verschlungen, oder doch einfach Tagesschau in der ARD-Mediathek geschaut? Dein Smart-TV sammelt all diese Daten. Eine Wissenschaftlerin der TH Köln hat das jetzt genau untersucht. Die Ergebnisse sind verblüffend.

Bei Smart-TVs werden viele Daten des Nutzers übermittelt.
Bei Smart-TVs werden viele Daten des Nutzers übermittelt.  © DPA

Smart-TVs, also Fernseher mit Internetzugang liegen voll im Trend: Im ersten Quartal des laufenden Jahres wurden 1,6 Millionen TV-Geräte verkauft, ermittelte die Marktforschungsfirma GfK.

Davon waren 1,2 Millionen Stück mit "smarten" Funktionen ausgestattet. Der Anteil kletterte von 60 Prozent 2015 auf 75 Prozent 2018, teilte die Deutsche TV-Plattform mit!

Doch welche Daten und Informationen übertragen die Smart-TVs neben den Streaming-Videos eigentlich noch? Bislang gab es hierzu kaum relevante Informationen.

Alina Jaritz, Absolventin des Masterstudiengangs Medientechnologie der TH Köln, hat in ihrer Abschlussarbeit genau diese Frage untersucht: Wie groß ist der Datenabfluss bei der täglichen Nutzung und wie sicher sind die Smart-TVs beim Thema Datenschutz und Datensicherheit? Für ihre Arbeit hat sogar einen Preis Fernseh- und Kinotechnische Gesellschaft e.V.

Zu den Ergebnissen: "Schon bei der gewöhnlichen Nutzung kommunizieren die Geräte in großem Maße mit externen Servern. Allein beim normalen Fernsehen tauschen sie mit bis zu 30 Servern Daten aus."

Und weiter: "Bereits beim Einschalten senden die meisten Geräte als Erstes einen Hinweis an die Hersteller, dass sie gerade angeschaltet wurden", erläutert Jaritz

Zu den gesendeten Daten gehören unter anderem die Identifikationsnummer des Geräts, die IP-Adresse, der Standort und das Nutzungsverhalten. Das heißt: Das Gerät verschickt meist alle Infos über Eure geschauten Sendungen.

Streaming per Smart-TV ist bequem. Doch die Geräte verschicken auch viele Informationen ihrer Nutzer.
Streaming per Smart-TV ist bequem. Doch die Geräte verschicken auch viele Informationen ihrer Nutzer.  © DPA

Die Wissenschaftlerin wies weitere Sicherheitslücken nach: Mit einem selbst erstellten Zertifikats konnte sie den Smart-TVs vorspielen, ein bekannter Server mit Zugangsberechtigung zu sein.

Die Gefahr: "Theoretisch hätte ich so jede Art von Schadsoftware auf den Fernseher laden können", sagt Jaritz, die heute als Projektleiterin bei einem IT-Unternehmen für die Bank- und Finanzbranche arbeitet.

Ihre Forderung: "Das Entscheidende aber ist, dass die Hersteller das 'privacy by default' umsetzen. Das heißt: Bei neuen Geräten sind alle Einstellungen erst einmal so festgelegt, dass nur die absolut notwendigen Daten versendet werden."

Dann könnten Smart-TV-Nutzer selbst entscheidenden welche Daten verschickt werden und welche nicht.


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