Smartphones in Freibädern: Was tut Leipzig gegen Nackt-Knipser?

Auch in Leipzigs Freibädern dürfen Gäste nicht einfach so drauflos knipsen. Ein generelles Handy-Verbot gibt es aber nicht (Symbolbild).
Auch in Leipzigs Freibädern dürfen Gäste nicht einfach so drauflos knipsen. Ein generelles Handy-Verbot gibt es aber nicht (Symbolbild).  © DPA

Leipzig - Die Freibadsaison ist eröffnet und die Aussicht auf eine Abkühlung lockt viele Leipziger im Sommer wieder in die Bäder. Dabei stellt sich den Schwimmeistern ein ganz praktisches Problem: Was tun gegen dreiste Nackt-Knipser?

Denn das Smartphone ist allgegenwärtig - auch im Freibad. Um heikle Fotos zu vermeiden hat zum Beispiel das Waldschwimmbad in Offenbach ein strenges Fotografie-Verbot eingeführt. Entweder bleibt das Handy in der Tasche oder die Kameralinse wird zugeklebt.

Doch wie geht Leipzig mit dem Thema ungewolltes Fotografieren um? Klar ist: Laut Hausordnung ist das Fotografieren und Filmen fremder Personen ohne deren Einverständnis nicht gestattet.

Ein generelles Handy-Verbot gibt es in den Leipziger Schwimmbädern aber nicht, erklärte der Leiter des Badebetriebes in Leipzig, Martin Gräfe, der "Leipziger Volkszeitung".

Ein Selfie mit Freunden oder der Familie auf der Liegewiese ist also grundsätzlich kein Problem - solange keine anderen Personen mit aufs Bild kommen. "Wenn jemand über die Wiese läuft und ein Video aufnimmt, ist das natürlich eine andere Sache", so Gräfe zur LVZ. So etwas komme aber sehr selten vor. Melden Besucher solche Fälle dem Aufsichtspersonal, suchen diese das Gespräch mit den Hobby-Filmern.

Aufkleber für die Kameralinse sind für Gräfe keine Lösung: "Wer will die Gäste davon abhalten, den Aufkleber abzunehmen und trotzdem Fotos zu schießen?". In Leipzig gilt deshalb das Prinzip der freiwilligen Einsicht. Erwischt das Personal doch mal einen Gast beim unerlaubten Fotografieren oder Filmen, ist ein Hausverbot möglich.

Sogar die Polizei könnte zurate gezogen werden, um das Smartphone auf unerlaubte Bilder zu kontrollieren. Laut Gräfe gab es bis jetzt aber noch keinen Fall, in dem sich die Badegäste nicht einsichtig zeigten.


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