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Smoothies – und acht andere Ernährungstrends

Jeden Tag eine Portion Obst - das ist der Idealfall. Viele erreichen das nicht, dabei wäre es so gesund. Mit Smoothies können die notwendigen Vitamine ganz lecker getrunken werden.

Während Essen für die einen eine bloße Lebenserhaltungsmaßnahe darstellt, zelebrieren andere jeden Happen, den sie zu sich nehmen. Die Gründe für diese besondere Beziehung zu Lebensmitteln können ganz unterschiedlich sein – in vielen Fällen liegt ihr jedoch ein bestimmter Ernährungstrend zugrunde. Welche Geschmacksrichtungen derzeit unserer Gesellschaft den Gaumen kitzeln, zeigen wir hier.

Bei den aktuellen Ernährungstrends geht es meistens um eins: Die Gesundheit. Für die einen bedeutet das, komplett auf tierische Produkte zu verzichten, andere schwören auf Fleisch. Bei wieder anderen steht der Genuss im Vordergrund – egal, woraus die Nahrung besteht. Essen wird als etwas Besonderes erlebt, zum Beispiel weil der Geschmack völlig neu ist oder man alles selbst angebaut hat.

Bei der Ernährung auf Gesundheit achten

Die pürierten Fruchtdrinks können auch eine prima Obstversorgung sein.
Die pürierten Fruchtdrinks können auch eine prima Obstversorgung sein.

Dass man sich mit dem auseinandersetzen setzen sollte, was man isst, fordert auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Sie engagiert sich mit der Kampagne „5 am Tag“ für einen erhöhten Konsum von Obst und Gemüse – insgesamt fünf Portionen täglich sollen es sein, wie die DGE hier schreibt. Dass den Deutschen das bislang kaum gelingt, zeigt eine aktuelle TNS-Emnid-Umfrage im Auftrag von Kaufland. Demnach isst die Mehrheit der Deutschen zu wenig Obst: 57 Prozent der Befragten schaffen es nicht, die empfohlenen zwei Portionen Obst am Tag zu sich zu nehmen.

Diejenigen, die Äpfel, Bananen oder Mandarinen essen – laut der Umfrage die drei beliebtesten Obstsorten der Deutschen – essen die Früchte überwiegend als loses Obst (90 Prozent). 40 Prozent der Umfrageteilnehmer macht sich auch mal die Mühe, einen Obstsalat zu schnippeln. Nur 19 Prozent genießt die Vitaminbomben als Smoothie. Dabei sind die pürierten Fruchtdrinks eine klasse Möglichkeit, seinen täglichen Obstbedarf mit geringem Aufwand zu decken – und einer unserer neun Ernährungstrends.

Neun aktuelle Food Trends im Überblick

Grüne Smoothies sind für die ganz überzeugten Fans der Flüssignahrung.
Grüne Smoothies sind für die ganz überzeugten Fans der Flüssignahrung.

Ernährungstrend Smoothies

Mit nur wenigen Schlucken die volle Vitaminration des Tages zu sich zu nehmen – genau das sollen Smoothies möglich machen. Zum ersten Mal fanden die cremigen Fruchtgetränke in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts in Amerika Erwähnung – damals noch eher ungesund mit Eis, Zucker und Eiklar gemixt. Ob fertig in der Flasche aus dem Supermarkt, mit Strohhalm to go aus hippen Saftbars oder selbst kreiert in der heimischen Küche – die bunten Fruchtdrinks sind heute in aller Munde. Zumindest was den gesundheits- und trendbewussten Teil der Bevölkerung angeht.

Wie der Smoothie-Report von Kaufland zeigt, sind es vor allem die 14- bis 29-Jährigen, die gern mal Obst trinken, statt es zu essen. Der gute Geschmack überzeugt: Nahezu jedes beliebige Obst – am besten in seinem Urzustand mit Schale und allem was dazu gehört – kann in den Mixer geworfen und zum Smoothie gemacht werden. Antje Gahl, Ernährungswissenschaftlerin und Pressesprecherin der DGE, rät: „Ein guter Smoothie besteht zur Hälfte aus der ganzen Frucht.“

Ganz verrückte Smoothie-Anhänger schwören auch auf die Detox-Variante mit grünem Gemüse: Mit Gurke, Avocado, Spinat, Rucola und Grünkohl sollen die Drinks den Körper von ungesunden Schlacken befreien – deshalb auch Detox, vom englischen Wort „detoxication“ für „Entgiftung“.

Das Tolle am Smoothie-Trend: Sie lassen sich ganz nach Geschmack einfach im Mixer oder mit dem Pürierstab zubereiten. Neben zwei bis drei Obstsorten und Saft kann man auch Samen, Nüsse und Joghurt hinzugeben. Als Süßungsmittel eignen sich Ahornsirup und Honig.

Vegan ist im Trend.
Vegan ist im Trend.

Ernährungstrend Veganismus

Auch dieser Trend ist nicht ganz neu – er findet aber immer noch reichlich „Mitesser“. Vielerorts eröffnen vegane Restaurants, im Supermarktregal findet man fleischlose Wurst. Doch Veganer verzichten nicht nur auf Fleisch: Bei ihnen landen keinerlei tierischen Produkte im Topf und auf dem Teller. Weder Fisch, noch Milch, Käse und Eier, dafür ganz viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Getreide, Gemüse und Pilze. Bei vielen steht weniger der Gesundheitsaspekt im Vordergrund dieser rein pflanzlichen Ernährungsweise als vielmehr eine ethisch-moralische Betrachtungsweise unserer konsumorientierten Gesellschaft.

Sie möchten die Massentierhaltung und Ausbeutung von Tieren in keiner Weise unterstützen. Für die Pflanzenfreunde entwickelt sich die Ernährungsweise mitunter sogar zu einer Art Ersatzreligion. Veganismus und ähnliche Ernährungsformen werden deshalb auch als trendiges Spiritual Food angesehen, wie hier Springlane.de zeigt. Es geht nicht mehr bloß um den Verzicht auf bestimmte Lebensmittel – „echte“ Veganer lassen auch von Lederprodukten, Wollpullovern, Daunendecken und Kosmetika mit tierischen Bestandteilen die Finger.

Ernährungstrend Clean Eating

Sauberes Essen? Natürlich muss Salat geputzt und der Apfel vor dem ersten Bissen gewaschen werden – beim Clean Eating geht es aber um etwas anderes. Auch dieser Ernährungstrend kommt weniger einer Diät als einer Philosophie nahe: Im Mittelpunkt stehen natürliche Lebensmittel. Alles, was von der Industrie verarbeitet oder mit künstlichen Zusatzstoffen versetzt wurde, wird vom Ernährungsplan gestrichen. Im Supermarkt hält man sich an die Faustregel: nichts in den Einkaufskorb legen, das eingeschweißt oder in Plastik verpackt ist.

Deshalb gehen Clean Eater am liebsten auf dem Wochenmarkt oder direkt beim Bauern einkaufen, um saisonale Produkte zu besorgen. Zucker, Salz, künstliche Süßungsmittel und Zusatzstoffe werden weitestgehend gemieden. Dafür wird auf eine Kombination aus Kohlenhydraten und Eiweiß, auf gute Fette und ausreichend Flüssigkeit (am besten in Form von stillem Wasser) geachtet. Wie Women’s Health online schreibt, sind sechs kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt ideal, wenn man den Clean-Eating-Trend nach seiner Pionierin Tosca Reno umsetzt.

Paleo - Essen wie die Urmenschen - ist total in.
Paleo - Essen wie die Urmenschen - ist total in.

Ernährungstrend Paleo

Die Paleo-Ernährung wird auch als Steinzeitdiät bezeichnet: Während des Paläolithikums, der Altsteinzeit, haben wir Menschen uns natürlicherweise anders ernährt als heute. Die Paleo-Anhänger glauben, unser Magen-Darm-Trakt hat sich der heutigen Lebensweise nicht anpassen können. Eine Ernährung wie bei den Urmenschen sei viel gesünder.

Das bedeutet, es wird nur das über dem Feuer gekocht, was auch die Steinzeitmenschen schon kannten: Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch, Eier, Nüsse und Samen. Kohlenhydratreiche Nahrungsmittel wie Getreide und Hülsenfrüchte, Milch sowie Zucker und schlechte Fette landeten vor mehr als zweieinhalb Millionen Jahren noch nicht im Topf. Wer darauf dauerhaft verzichtet, soll fit wie ein Neandertaler werden, zudem leichter abnehmen und Muskeln aufbauen.

Low Carb - der Klassiker unter den Ernährungstrends.
Low Carb - der Klassiker unter den Ernährungstrends.

Ernährungstrend Low Carb

Ähnlich wie bei der Paleo-Ernährung spielen auch beim Low-Carb-Trend (Abkürzung für „Low Carbohydrate“) die Kohlenhydrate eine untergeordnete Rolle. Eine geringe Menge an Kohlenhydraten zu verzehren, soll sich vor allem auch auf der Waage bemerkbar machen. Etliche Diäten wie die Atkins-, South-Beach- oder Hollywood-Diät setzen auf dieses Prinzip: Statt aus Kohlenhydraten wird die Energie hauptsächlich aus Eiweißen und Fetten gewonnen – das fordert den Stoffwechsel stärker, und man verliert automatisch Gewicht.

Statt an Kartoffeln, Nudeln, Brot und Reis isst man sich also an Fleisch und Fisch, Eiern, Salat und Gemüse, Obst und Nüssen satt – hungern muss man nicht. Um abzunehmen, ist das Low-Carb-Prinzip vorübergehend gut geeignet. Als dauerhafte Ernährungsstrategie eignet es sich jedoch nicht: Unser Gehirn benötigt ausreichend Kohlenhydrate, um ohne Einschränkungen zu funktionieren.

Die DGE empfiehlt, 50 Prozent der Ernährung durch komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe abzudecken. Diese stecken zum Beispiel in Vollkornprodukten, Gemüse, Kartoffeln und Obst. Wer dennoch auf Low Carb setzt, sollte den Kohlenhydratanteil in der Ernährung nicht zu weit herunterschrauben.

DYI - Selbst anbauen ist die Devise.
DYI - Selbst anbauen ist die Devise.

Ernährungstrend DIY Food

Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht – sagt schon ein altes Sprichwort. In die heutige Zeit übertragen, bedeutet das: Nur wenn ich wirklich weiß, was drin steckt, esse ich es auch. Der Do-it-yourself-Trend (DIY) beschränkt sich nicht mehr auf Heimwerken und Handarbeiten. Auch bei der Ernährung gilt heute: am besten selber machen! Nicht nur Brot und Marmelade sind „homemade“: Angefangen bei Obst, Gemüse und Kräutern über Käse und Wurst bis hin zu Honig sind diesem Trend keine Grenzen gesetzt.

Wohl dem, der auf dem Land wohnt oder einen Schrebergarten gepachtet hat. Doch selbst in Großstädten werden immer mehr Nutzflächen und Möglichkeiten für Selbstversorger und Restaurants geschaffen, um das New Gardening, das diesem Ernährungstrend zugrunde liegt, zu ermöglichen. Mit DIY Food werden nicht nur Ressourcen und die Umwelt geschont, der Erzeuger kann seine Liebe zu ursprünglichen und natürlichen Lebensmitteln neu entfachen – sogar mitten im urbanen Dschungel.

Ernährungstrend Food Pairing

Schon einmal ein Dessert aus Pistazie, grünem Tee, Basilikum und Sauerampfer gegessen, wie bei wir-essen-gesund.de beschrieben? Wahrscheinlich nicht. Falls doch, sind Sie Food Pairing auf die Schliche gekommen. Bei dieser Ernährungsweise geht es darum, verschiedene Zutaten mit vermeintlich unterschiedlichen Geschmäckern zu paaren („Pairing“). Die Kombination darf allerdings nicht willkürlich geschehen und erfordert spezifische Kenntnisse über Aromen. Oftmals harmonieren zwei Lebensmittel am Gaumen, obwohl man sich deren Zusammenstellung nur schwer als schmackhaft vorstellen kann.

Den Grundstein für Food Pairing legte François Benzi: Durch Zufall entdeckte der Küchenchef, dass Leberpastete die gleichen Aromen enthält wie der Duft von Jasmin. Auch seinen Gästen schmeckte die Paarung. Weniger ungewöhnlich kommen uns wohl Melone mit Parmaschinken, Kirsche mit Chili, Birne mit Blauschimmelkäse und Rindfleisch mit Schokolade vor. Wer Appetit auf Geschmacksexplosionen hat, sollte Food Pairing unbedingt mal testen!

Rohkost ist gesund.
Rohkost ist gesund.

Ernährungstrend Raw Food

Raw Food ist nichts anderes als Rohkost – allerdings geht es hier nicht nur um Gemüsesticks mit Dip. Moderne Rohköstler stellen Gemüse und Co in den Mittelpunkt ihrer Ernährung. Es wird nicht als bloße Beilage, sondern als Hauptbestandteil der Mahlzeit gereicht.

Varianten der kalten Gemüsesuppe Gazpacho oder Nudeln aus Gemüsefäden sind nur zwei Beispiele für Raw Food. Gemüse und Obst, aber auch Fisch und Fleisch können mariniert, püriert, gebeizt oder getrocknet werden – und bieten so die gewünschte Abwechslung.

Auch Smoothies passen wunderbar ins Raw-Food-Konzept. Weil die Zutaten nicht erhitzt werden, bleiben alle Nährstoffe erhalten. Die Rohkostfans schwärmen von Frische und Natürlichkeit, fühlen sich vitaler und gesünder.

Hybrid-Food - Was für jeden?
Hybrid-Food - Was für jeden?

Ernährungstrend Hybrid Food

Die Globalisierung macht auch vor unserem Essen nicht Halt: Hauptsächlich typisch amerikanische Lebensmittel werden mit anderen internationalen Leckereien zu einer neuen Speise kombiniert. Hybrid Food ist also eine Verschmelzung von zwei unterschiedlichen Komponenten – genau wie bei der hybriden Antriebstechnik von Autos, bei der ein Elektro- mit Benzin- oder Dieselmotor gekoppelt wird. Anders als beim Food Pairing werden hier jedoch nicht völlig unterschiedliche Zutaten zusammengebracht.

Das erste bekannte Hybrid Food war der Cronut, den ein findiger französischer Bäcker 2013 in New York zum ersten Mal anbot: Für die limitierte Auflage dieser Mischung aus Croissant und Donut stehen heute noch jeden Morgen Dutzende Menschen Schlange. Nachahmerprodukte lösten einen ähnlichen Hype aus: der Bruffin ist eine Brioche in Muffin-Form, der Cragel ein Bagel aus Croissant-ähnlichem Blätterteig. Der Ramen-Burger besteht aus einer Fleischbulette und den üblichen Burger-Zutaten Salat, Gurke, Tomate, Käse. Doch statt Brötchen werden japanische Ramen-Nudeln zu Boden und Deckel des Burgers geformt.

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