SMS befeuerten Selbstmord! Trieb sie ihren Freund in den Tod?

Die heute 20-jährige Michelle C. soll ihren Freund zum Selbstmord ermutigt haben.
Die heute 20-jährige Michelle C. soll ihren Freund zum Selbstmord ermutigt haben.

Taunton/Massachusetts - Sie wirkt wie das nette Mädchen von nebenan: blond, zierlich, immer ein Strahlen im Gesicht. Jetzt sitzt die heute 20-jährige Michelle C. auf der Anklagebank - weil sie ihren Freund in den Selbstmord getrieben haben soll.

Conrad Roy III war erst 18 Jahre alt, als er sich am 13. Juli 2014 das Leben nahm, mithilfe eines Generators, der die Abgase seines Autos in den Innenraum umleiteten. Dort saß der junge Mann und wartete auf seinen Tod.

Zu diesem Zeitpunkt war er erst seit einigen Monaten mit seiner Freundin Michelle zusammen, sie wäre sein wohl einziger Halt in einer sehr schweren Zeit gewesen. Roys Eltern hatten sich getrennt, in der Schule wurde er gemobbt, kämpfte mit Depressionen und Selbstmordgedanken.

Michelle kannte seine Probleme, helfen wollte sie ihrem Freund aber scheinbar nicht. Statt seinen Eltern Bescheid zu geben oder ihrem Freund professionelle Hilfe zu suchen, ermutigte sie Roy sogar, sich das Leben zu nehmen. Immer wieder schickte sie ihm SMS, die die Zweifel ihres Freundes, sich tatsächlich umzubringen, beseitigen sollten.

Mit gerade einmal 18 Jahren nahm sich Conrad Roy III das Leben.
Mit gerade einmal 18 Jahren nahm sich Conrad Roy III das Leben.

"Hör niemals auf zu lächeln und ja, tu es einfach. Du hast alles, was Du braucht. Nichts kann schiefgehen. Heute Nacht ist es so weit. Jetzt oder nie", schrieb sie ihm unter anderem, "Hab keine Angst. Du hast diese Entscheidung bereits getroffen und wenn Du es heute Nacht nicht tust, wirst Du immer darüber nachdenken für den Rest Deines Lebens und Dich schlecht fühlen."

Auch am Tag seines Todes plagten Roy noch Zweifel. Wie Boston Globe berichtet, soll er gegen 18.30 Uhr noch zweimal mit seiner Freundin telefoniert haben, über eine dreiviertel Stunde, in der Michelle ihn immer wieder befeuert haben soll, sich wirklich das Leben zu nehmen. 20 Minuten lang soll sie dabei zugehört haben, wie er schmerzerfüllt schrie und schließlich seinen letzten Atemzug tat.

Doch was bringt eine Freundin dazu, sich den Tod des eigenen Freundes, der großen Liebe, zu wünschen? Laut der Staatsanwaltschaft soll es Michelles Geltungsbedürfnis gewesen sein. Sie soll sich nach der Aufmerksamkeit gesehnt haben, die sie als trauernde Freundin bekommen würde.

Laut ihrer Verteidigung habe Michelle aber erst angefangen, ihn bei seinen Plänen zu unterstützen, als er sich von diesen ohnehin nicht mehr abbringen ließ.

In den kommenden 14 Tagen soll das Gericht nun klären, ob Michelle Schuld am Tod ihres Freundes trägt und wegen fahrlässiger Tötung verurteilt werden muss. In dem Fall drohen ihr bis zu 20 Jahre Haft.


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