Immer mehr Sachsen haben nicht genug zum Leben

Symbolbild.
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Dresden - Die Zahlen sind erschreckend: 200.000 Haushalte in Sachsen sind überschuldet. Und das, obwohl die Arbeitslosigkeit zuletzt deutlich zurückgegangen ist.

Nach Angaben von Creditreform können damit 320.000 Menschen im Freistaat ihre laufenden Lebenshaltungskosten nicht bezahlen.

Um auf das Problem aufmerksam zu machen, veranstaltet die Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen ab Montag eine Aktionswoche Schuldnerberatung.

„Unser Oberthema lautet ‚prekäre Beschäftigung‘. Aufgrund von Minijobs und Leiharbeit geraten immer mehr Menschen in die Schuldenfalle“, sagt Christian Schönfeld (56) von der Liga der Freien Wohlfahrtspflege.

Vor allem Unqualifizierte und Alleinerziehende seien betroffen. Sie müssten ihr Einkommen mit Hartz IV aufstocken, so Schönfeld.

Von der Politik verlangen die Verbände deshalb Veränderungen: „50 Schuldnerberatungsstellen in Sachsen reichen nicht aus. Wir erreichen nur 15 Prozent der betroffenen Haushalte. Deshalb brauchen wir ein flächendeckendes Netz“, sagt Rotraud Kießling von der Diakonie Sachsen.

Ihre Kollegin Irene Scheithauer von der Caritas ergänzt: „Die Beratung ist wichtig, weil viele Menschen beispielsweise das P-Konto nicht kennen, mit dem ihr Einkommen vor der Pfändung sicher ist.“

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der überschuldeten Haushalte im Freistaat vier Mal in Folge angestiegen.

Fotos: Thomas Türpe / Steffen Füssel


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