Dresden in der Coronavirus-Falle: Epidemie hat auch hier enorme Auswirkungen

Dresden - Noch ist kein Dresdner am Coronavirus erkrankt. Zu spüren ist die weltweite Epidemie hierzulande trotzdem - in der Wirtschaft, den Unis, der Stadtverwaltung und nicht zuletzt im Tourismus. Letzterem macht das Ausbleiben chinesischer Gäste besonders zu schaffen, liegt China doch unter den Top Ten der Herkunftsnationen.

Yiwei Zhao (43) führt derzeit kaum noch chinesische Touristen durch Dresden.
Yiwei Zhao (43) führt derzeit kaum noch chinesische Touristen durch Dresden.  © Eric Münch

Gästeführerin Yiwei Zhao (43), die viele chinesische Geschäftsleute durch die Stadt begleitet, beklagt: "Ich führe derzeit keine Gäste aus China. Es wurde alles abgesagt."

Hotelmanager Mathias Weise (36) vom The Student Hotel auf der Prager Straße berichtet ebenfalls von Stornierungen chinesischer Touristen. Jene, die schon da sind, habe man zum Arzt geschickt und für alle Fälle Desinfektionsmittel und Mundschutz bereitliegen, sagt er.

Es werden aber nicht nur Urlaubsreisen abgesagt. Wegen des Virus konnte eine chinesische Delegation nicht an den Gedenkfeiern am 13. Februar teilnehmen. Auch der für Februar geplante Jugendaustausch eines Dresdner Vereins fällt aus und soll eventuell im Herbst nachgeholt werden.

Beim Chiphersteller Globalfoundries wurden Dienstreisen nach China gestrichen.

So ist die Lage an den Hochschulen

Für den Ernstfall hat Hotelmanager Mathias Weise vorgesorgt.
Für den Ernstfall hat Hotelmanager Mathias Weise vorgesorgt.  © Ove Landgraf

Auch die Hochschulen haben das Thema im Blick. Die TU informierte die Beschäftigten und Studenten per Rundmail mit aktuellen Hinweisen zum Virus und dem richtigen Verhalten.

An der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, wo derzeit 25 chinesische Studenten eingeschrieben sind, hat die Betriebsärztin nach Bekanntwerden erster Fälle in Deutschland eine dreisprachige Patienteninformation erstellt, die überall verteilt wurde.

Im Rathaus ist man mit der Partnerstadt Hangzhou in Kontakt. Von dort ging Ende Januar eine Mail ein, in der sich erkundigt wurde, ob in Dresden Atemmasken, Schutzbekleidungen usw. hergestellt werden bzw. woher die Krankenhäuser diese Artikel beziehen.

Im freien Verkauf sind die Masken seit Wochen Mangelware. Die Galenus-Apotheke in der Neustadt bekam am 18. Februar 30 Packungen á zehn Stück geliefert, berichtet Mitarbeiterin Annekatrin Fröhlich (27). Dienstag waren sie bereits wieder ausverkauft.

Unterdessen neigt sich die Quarantäne-Zeit für die fünf Verdachtsfälle aus Dresden und Umgebung dem Ende entgegen. Laut Sozialministerium können diese sich ab März wieder frei bewegen.

Auf solche Nachrichten aus Südkorea hofft wohl auch OB Dirk Hilbert (48, FDP). Seine Frau stammt aus dem Land, deren Familie lebt dort. Und eben hat die US-Regierung vor Reisen nach Südkorea dringend gewarnt. Begründung: Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus ...

Seit Wochen Mangelware: Atemschutzmasken.
Seit Wochen Mangelware: Atemschutzmasken.  © dpa/Karl-Josef Hildenbrand
In Dresden ist bislang noch niemand am Coronavirus erkrankt.
In Dresden ist bislang noch niemand am Coronavirus erkrankt.  © Uncredited/Centers for Disease Control and Prevent

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