So macht das Rathaus jetzt mit Neustadt-Parkplätzen Kasse

Dresden - Kostenloses Parken im Zentrum von Dresden ist jetzt auf beiden Elbseiten Geschichte! Seit Freitag müssen Autofahrer auch in der gesamten Inneren Neustadt blechen. Betroffen sind rund 900 Parkplätze.

In der Inneren Neustadt wie hier an der Wilhelm-Buck-Straße gibt es seit gestern keine kostenfreien Parkplätze mehr.
In der Inneren Neustadt wie hier an der Wilhelm-Buck-Straße gibt es seit gestern keine kostenfreien Parkplätze mehr.  © Steffen Füssel

Das Rathaus will damit auch Anwohner entlasten, die einen Bewohnerparkausweis beantragen können.

30 Minuten kosten 25 Cent, der ganze Tag 3 Euro: Die Innere Neustadt ist das letzte Viertel im sogenannten 26er-Ring, wo jetzt Parkgebühren fällig werden.

Das neue Bewohnerparkgebiet 19 erstreckt sich zwischen Bautzner Straße, Diakonissenweg, Carusufer, Wigardstraße und Albertstraße.

Dort waren bislang 100 Parkplätze kostenpflichtig, jetzt sind es 1030. Das Rathaus lässt bis Mittwoch neue Verkehrsschilder anbringen, baut alte ab, stellt 47 neue Automaten (bezahlen mit Bargeld, Geldkarte oder Handy via e-Parkschein) auf.

Die Hoffnung der Verwaltung: Ein Teil der Autofahrer, die nicht im Viertel wohnen, steigen wegen der Parkkosten nun auf Bus und Bahnen, Car-Sharing oder Rad um.

Situation für Bewohner soll sich verbessern

Parkticket gefällig? Der kommissarische Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes, Robert Franke (42), an einem der neuen Parkautomaten.
Parkticket gefällig? Der kommissarische Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes, Robert Franke (42), an einem der neuen Parkautomaten.  © Steffen Füssel

"Damit soll sich die Situation für die Bewohner bessern", so Straßen- und Tiefbauamts-Chef Robert Franke (42).

Da die Zahl der Autofahrer in der wachsenden Stadt seit Jahren steige, seien Anwohner zunehmend unter Druck geraten.

Rund 800 Bewohner im Viertel müssen mit ihrem Fahrzeug auf den Straßen parken, haben keinen Tiefgaragenstellplatz. 400 haben bereits einen Anwohnerparkausweis beantragt.

Die gibt's in der Straßenverkehrsbehörde an der Lingnerallee. Zwei Jahre kosten 50 Euro. Wer noch keinen hat, sollte sich sputen. Ein paar Tage werden die Knöllchenjäger laut Rathaus noch ein Auge zudrücken.

Auch die Luftqualität soll mit den Parkgebühren verbessert werden. Denn es wird erwartet, dass weniger Autofahrer wiederholt ihre Runden auf Parkplatz-Suche drehen müssen.

Die Aufrüstung des Viertels kostet das Rathaus 230 000 Euro.

2020 wird Parken in Dresden teurer

Parken in Dresden wird im kommenden Jahr teurer. "Ich gehe davon aus, dass wir eine erhebliche Steigerung haben werden", sagt Straßenbauamtsleiter Robert Franke (42). Seit 13 Jahren sei in dieser Hinsicht nichts passiert.

Gemeint sind die Parkgebühren in der gesamten Stadt. Rund 9 000 Stellplätze im gesamten Stadtgebiet sind gebührenpflichtig, inklusive den großen Parkplätzen im Zentrum.

Wo genau und wie hoch die Gebühren steigen, ist noch nicht beschlossen. Die Verwaltung arbeitet an der Anpassung. Berücksichtigt werden müssen etwa die Interessen von Anwohnern, Handwerken, Händlern, Touristen. Auch neue Anreize für E-Mobilität sollen gesetzt werden, etwa durch zeitweiliges kostenfreies Parken für E-Autos.

Das letzte Wort hat der Stadtrat. Frühestens Mitte 2020 könnte die Erhöhung inkraft treten.

Titelfoto: Steffen Füssel

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