"Einzige Katastrophe": Sky-Kunden sauer auf neue Konferenz der 2. Liga

Dresden - Der erste Spieltag der neuen 2. Liga Saison ist Geschichte. Während die Tabellenspitze mit Heidenheim, Regensburg und Aue noch nicht sonderlich aussagekräftig ist, legt Sky mit seiner neuen Konferenz eine Bruchlandung hin.

Auf sie kann nicht verzichtet werden: Kameramänner im Stadion.
Auf sie kann nicht verzichtet werden: Kameramänner im Stadion.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Fans der 2. Liga Vereine mussten sich zu Beginn der Saison auf einige Neuerungen einstellen. Neben einem neuen Regelpaket kamen auch der Videobeweis sowie ein neues Format der beliebten Sky Konferenz dazu.

Künftig gibt es statt der gewohnten Konferenz-Ansagen mit ihrem "Tooor in..." Schrei einen zentralen Moderator für alle Spiele, welcher in einem virtuellen Studio in Unterföhring sitzt und abwechselnd in die Übertragungen der Einzelspiele schaltet. Dies soll laut Sky "für eine höhere Dynamik" sorgen.

Doch der erste Versuch ging gründlich in die Hose. Statt einer höheren Dynamik verspürten die Zuschauer vor allem eines, Frust! Die Wechsel zwischen den den Spielen wirkten unmotiviert, andauernd wurde der Moderator mitten im Satz abgeschnitten oder das Spiel im Angriff gewechselt. Statt eines Torschreis vermittelte eine Grafik mit lautem Ton das Tor in einem anderen Stadion. Und vom zentralen Moderator hörte man so gut wie nichts.

Ein in den USA beliebtes Format

Aufgrund dieser Erfahrung mag es sehr merkwürdig klingen, dass dieses Format in den USA bei Football Übertragungen äußerst beliebt ist. Das NFL eigene Network bündelt unter dem Namen "Redzone" alle parallel laufenden Spiele der verschiedenen TV Stationen und sendet diese als Konferenz mit zentralem Moderator, welcher voll ins Geschehen eingebunden ist und aktiv die Übergänge kommentiert.

Allerdings kommt der Konferenz eine Begebenheit des Spiels entgegen. Football ist ein Spiel mit häufigen Unterbrechungen und so für die Regie sehr gut planbar.

Auch die Telekom und DAZN setzen auf das Format

Funktioniert die Konferenz im Fußball also einfach nicht? Doch, das zeigen die Telekom und DAZN bei ihren Übertragungen der 3. Liga und der Europa League. Auch hier schaltet ein zentral agierender Moderator in die Livespiele, nimmt dabei aber wie in den USA deutlich aktiver am Geschehen teil und den Zuschauer besser ins nachfolgende Spiel mit.

Sky und das Stiefkind 2. Liga

Bereits in der Vergangenheit kam Kritik auf, dass Sky zu sehr an der 2. Liga spare. Kommentatoren saßen auf einmal im Münchener Studio statt im Stadion und teilweise sprachen die Trainer nur noch in eine TV Kamera, weil niemand mehr vor Ort war, der sie hätte interviewen können.

Auch mit der neuen Konferenz werden jedes Wochenende zahlreiche Moderatoren und damit Kosten eingespart. Da dieses Modell aber dennoch funktionieren kann, zeigt die lieblose Umsetzung abermals die geringe Wertschätzung, die Sky den Fans und Offiziellen der 2. Liga sowie dem neutralen TV Zuschauer entgegen bringt.

Man wird definitiv schnell nachbessern müssen um seine Kunden nicht weiter zu verprellen oder am Ende gar zu verlieren.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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