So reagierten Promi-Wirte auf Bauchs Rundumschlag

Dehoga-Vorsitzender Rolf-Dieter Sauer (65) bestätigt Personalmangel und den 
zunehmenden Freizeitanspruch beim Nachwuchs.“
Dehoga-Vorsitzender Rolf-Dieter Sauer (65) bestätigt Personalmangel und den zunehmenden Freizeitanspruch beim Nachwuchs.“  © Steffen Füssel

Dresden - Wir schlecht ist es um die Gastronomie in Dresden bestellt? Caterer und Promi-Wirt Georg Bauch (31) zog am Freitag eine verheerende Bilanz. 

Fehlende Arbeitskräfte, schlechte Bezahlung, Null Innovation, schlechtes Marketing, kein Gemeinschaftssinn - so seine harsche Kritik. Schätzen andere Gastro-Profis die Lage auch so drastisch ein? 

MOPO24 fragte nach:

"Es stimmt: In Dresden fehlen qualifizierte Arbeitskräfte und Azubis. Junge Leute wollen ihre Freizeit ausleben, nicht am Wochenende arbeiten“, sagt Rolf-Dieter Sauer (65), Vorsitzender des Regionalverbands Dresden der Dehoga. 

Von wegen nicht innovativ! Simone (35, l.) und Susanne Meyer-Götz (39) bauen 
ihren „Curry & Co“-Imbiss zum Franchise-Unternehmen aus.
Von wegen nicht innovativ! Simone (35, l.) und Susanne Meyer-Götz (39) bauen ihren „Curry & Co“-Imbiss zum Franchise-Unternehmen aus.  © Thomas Türpe

"Richtig ist auch: Die Entlohnung muss besser werden. Doch der Gast ist noch nicht bereit, mehr zu zahlen.“

"Curry & Co“-Imbiss-Chefin Susanne Meyer-Götz (39): "Ich freu’ mich, wenn jemand die Szene aufrüttelt. Gastro braucht viel Leidenschaft und Zeit - dies wollen viele Leute nicht mehr investieren. Wer nichts wird, wird Wirt - das funktioniert nicht mehr.“

Da kann sich Sternekoch Stefan Hermann (46, „bean & beluga“) nur anschließen: "Bei mir stehen die Lehrlinge Schlange. Sie werden gut ausgebildet, müssen aber auch hart ran. 

Viele Betriebe nutzen jedoch Lehrlinge nur als billige Arbeitskräfte. Was mir an der Dresdner Gastro-Szene aufstößt: Der Futterneid.“

Das mag an der harten Konkurrenz liegen. "Dresden hat eine gute, breit aufgestellte Gastronomie. Doch der Verdrängungswettbewerb im Zentrum ist extrem. In den letzten Monaten haben Lokale mit rund 2000 Plätzen eröffnet.

Werden die auch in Sorgen-Monaten wie dem Januar besetzt sein? Da werden einige wieder schließen“, vermutet Schillergarten-Wirt Thomas Jacob (47).

Voller Optimismus blickt Privatkoch Kai Kochan (48) auf die Szene: "Ich bin froh, dass der Trend nach regionaler Küche um sich greift. Ob bei Lieferanten oder Lokalen - hier entwickeln sich tolle Sachen.

Sicher hinken wir den Trends etwas hinterher, aber die guten Leute finden sich zusammen.“

Titelfoto: Thomas Türpe


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