So rechtfertigt sich Holger Apfel für seine Vergangenheit

Holger Apfel (46), der frühere NPD-Chef in Sachsen.
Holger Apfel (46), der frühere NPD-Chef in Sachsen.  © DPA

Dresden - Er war das prominenteste Gesicht der sächsischen NPD - ob auf der Straße oder als Fraktions-Chef seiner Partei im Landtag: Holger Apfel (46). Jetzt hat der einstige Radikale ein Buch geschrieben. Titel: „Irrtum NPD“.

Das knapp 400 Seiten dicke Buch gewährt seltene Blicke hinter die Kulissen der Partei. Vor allem bietet es die Geschichte eines Aussteigers (lebt heute als Kneipier auf Mallorca), der ganz gern wieder lieb gehabt werden würde.

Denn statt einer Abrechnung findet sich die große Rechtfertigung. Sie ist garniert von Geständnissen („... habe als junger Mensch selbst zur Radikalisierung der NPD beigetragen“) und Legendenbildung („... wollte die NPD nach dem Vorbild der FPÖ reformieren“).

Alles in allem zeichnet Apfel aber vor allem das Bild einer Partei, die, ähnlich wie heute die AfD, vor allem mit sich selbst und mit Personalstreitigkeiten beschäftigt war. Mehr Liebe im Detail wurde nur der öffentlichen Provokation gewidmet, so Apfels Schilderungen.

Schließlich hatte die NPD ihm zufolge dieses Problem:

„Kompliziert war es vor allem, die Wähler zu halten, die zwar inhaltlich keine große Erwartung hatten, aber hofften, dass die NPD die Etablierten wie im Wahlkampf vor sich her treiben könnte. ,Stachel im Fleisch des Systems‘ nannten wir die Strategie. Sie scheiterte aber in jenem Moment, in dem der Gegner nicht mehr über jedes Stöckchen sprang. So wurde die NPD für viele wieder uninteressant.“

Titelfoto: DPA


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