So erklärte ein Rocker ein Waffenlager in seinem Keller

Jochen D. im Gerichtssaal.
Jochen D. im Gerichtssaal.

Von Ronny Licht

Chemnitz - Vorm Landgericht scherzte Jochen D. (46) noch am Handy: „Ich bin heute Schauspieler in einer Schmierenkomödie.“

Vier Stunden später war es vorbei mit der guten Laune - der ehemalige Rocker und Waffen-Narr schrammte knapp am Knast vorbei.

Nach einem anonymen Hinweis hatten Polizeibeamte im August 2012 die Wohnung des Mannes in Hartmannsdorf gestürmt.

Sie fanden im Arbeitszimmer und im Keller vier halbautomatische Pistolen, eine doppelläufige Flinte und unglaubliche 1500 Schuss Munition.

Das Amtsgericht Döbeln hatte den Mechaniker, der jahrelang Mitglied in der 2014 verbotenen Rocker-Gang „Gremium MC“ war, bereits zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Nun der Berufungsprozess, in welchem die Version des Angeklagten so klang: „Ich war auf einem Festival, habe dort meine Schlüssel verloren. Die Waffen haben danach andere bei mir versteckt.“

Jochen D. vermutete eine Falle durch konkurrierende Motorrad-Gangs. Während der Staatsanwalt den 46-Jährigen für ein Jahr hinter Gittern sehen wollte, plädierte der Ex-Rocker auf Freispruch.

Das Gericht bestätigte schließlich das Amtsgerichts-Urteil und packte noch 150 Stunden gemeinnützige Arbeit drauf.

Nach einer Razzia in Wittgensdorf wurde der Rocker-Club „ Gremium MC“ verboten.
Nach einer Razzia in Wittgensdorf wurde der Rocker-Club „ Gremium MC“ verboten.

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