So schädlich ist Passiv-Rauchen: NRW will Rauchverbot in Autos

Düsseldorf - Rauchen im Auto ist noch schädlicher für die Gesundheit als Qualmen in der Kneipe. Durch Passiv-Rauchen haben auch Beifahrer ein hohes Gesundheitsrisiko. Kinder und Schwangere sollen daher besser geschützt werden.

Schadstoff-Konzentration ist beim Rauchen im Auto fünfmal höher als in einer verrauchten Bar.
Schadstoff-Konzentration ist beim Rauchen im Auto fünfmal höher als in einer verrauchten Bar.  © 123 RF Montage

Deshalb macht Nordrhein-Westfalen Druck für ein bundesweites Rauchverbot in Autos, wenn Minderjährige oder Schwangere Beifahrer sind.

In einem gemeinsamen Antrag forderten die Regierungsfraktionen von CDU und FDP mit der Opposition aus SPD und Grünen die Landesregierung am Donnerstag auf, über den Bundesrat einen Gesetzentwurf für ein entsprechendes Rauchverbot einzubringen. Die AfD enthielt sich.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sicherte zu, dass die Landesregierung eine Bundesrats-Initiative vorbereiten werde.

NRW wolle auch mit anderen Landesregierungen Gespräche über ein Rauchverbot in Autos führen. Schon die Gesundheitsminister der Länder hatten im vergangenen Herbst die Bundesregierung aufgefordert, ein bundesweites Rauchverbot in Kraftfahrzeugen mit Minderjährigen und Schwangeren als Beifahrern einzuführen.

Weltweit sterben jedes Jahr 166.000 Kinder an den Folgen des Passiv-Rauchens, heißt es in dem Antrag. Das Deutsche Krebsforschungs-Zentrum schätze, dass rund eine Million Minderjährige in Deutschland Tabakrauch im Auto ausgesetzt seien.

Auch E-Zigaretten könnten unter ein gesetzliches Rauchverbot in Autos fallen. Wenn E-Zigaretten für Kinder gefährlich seien, gehörten sie auch in das Gesetz, sagte Laumann. Das müsse im Rahmen der Bundesrats-Initiative geprüft werden.

Massive Schäden bei Kinder durch Zigaretten-Qualm im Auto

Folge des Passiv-Rauchens für Kinder können massive Gesundheits-Schäden an der sich noch entwickelnden Lunge und den Atemwegen sein, heißt es in dem Antrag.

Asthma-Erkrankungen könnten sich verschlimmern und der Blutdruck könne sich erhöhen. Mediziner diagnostizierten ferner ein erhöhtes Risiko für Aufmerksamkeits-Störungen, Übergewicht und Diabetes II. Bei Säuglingen steige das Risiko eines plötzlichen Kinds-Todes.

Die Passiv-Rauch-Konzentration sei für Minderjährige nirgends so hoch wie als Beifahrer, heißt es weiter. Messungen zufolge sei die Schadstoff-Konzentration in einem verrauchten Auto fünfmal so hoch wie in einer durchschnittlich verrauchten Bar.

"Niemand würde auf die Idee kommen, seinen Säugling mit in eine Raucher-Bar zu nehmen", sagte Marcel Hafke von der FDP.

Der SPD-Abgeordnete Dennis Maelzer sagte: "Genauso wie die Gurt-Pflicht wird auch das Rauchverbot dazu führen, dass Menschenleben geschützt und gerettet werden."

Staaten wie Großbritannien, Italien, Griechenland oder Frankreich, Südafrika und Australien haben bereits Rauchverbote in Autos eingeführt, wenn Minderjährige mitfahren.

Titelfoto: 123 RF Montage

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