So schlecht steht es wirklich um das Blaue Wunder

Der Rost nagt am Blauen Wunder. Um den komplett in den Griff zu bekommen, werden bis zu 13 Millionen Euro fällig
Der Rost nagt am Blauen Wunder. Um den komplett in den Griff zu bekommen, werden bis zu 13 Millionen Euro fällig

Von Dirk Hein

Dresden - Dass die Sanierung des Blauen Wunders eine Menge Geld kosten wird, war klar. Doch was die Stadt bis 2030 jährlich investieren muss, um die Brücke funktionstüchtig zu halten, überrascht.

Nahezu überall ist etwas zu tun - die Krankenakte „Blaues Wunder“!

Wahrscheinlich bis 2030 kann das Dresdner Wahrzeichen weiter als Elbquerung genutzt werden, „wenn man die Brücke in dieser Zeit gut pflegt“, sagt Reinhard Koettnitz (60), Chef des Straßen- und Tiefbauamtes der Stadt.

Wie viele Euros genau gebraucht werden, legte Koettnitz jetzt zum ersten mal auf den Tisch: Bis zu 45 Millionen!

Der Fußweg auf der Oberstromseite wird schon gebaut, doch die Stadt braucht weitere Millionen.
Der Fußweg auf der Oberstromseite wird schon gebaut, doch die Stadt braucht weitere Millionen.

  • Größter Einzelposten ist die Kompletterneuerung des Korrosionsschutzes der Brücke. Das Blaue Wunder muss für diesen neuen Farbanstrich komplett eingehaust werden. Macht zwischen 8 und 12 Millionen Euro. Für schwer zugängliche Bereiche kommt im ungünstigsten Fall eine weitere Million obendrauf.
  • Die Fußwege werden für 2 Mio. Euro erneuert, das Geländer kostet 1,5 Mio. Euro. Neue Gelenke für die Ankerkammern schlagen mit 10 Mio. zu Buche. Den Schutz der Kammer vor Nässe berechnet Koettnitz mit bis zu 250 000 Euro.
  • Die Klimatisierung beider Ankerkammern (zur Verhinderung von Kondensatbildung) lässt sich die Stadt maximal 250 000 Euro kosten. Im besten Fall summiert sich das auf 34 Mio. Euro.

Treten alle planbaren Risiken ein, muss die Stadt 45 Millionen Euro, verteilt auf 15 Jahre, aufbringen.

Tiefbauamts-Chef Reinhard Koettnitz.
Tiefbauamts-Chef Reinhard Koettnitz.

Fotos: Ove Landgraf


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