So schlimm steht es ums Eisstadion

Nico Ihle (30) ist eines der Mitglieder des Eisschnelllauf-Club-Chemnitz.
Nico Ihle (30) ist eines der Mitglieder des Eisschnelllauf-Club-Chemnitz.

Von Torsten Schilling

Chemnitz - Das Rathaus zeigt Eissportlern die kalte Schulter: Wenn sich heute, 10.30 Uhr, die Eisschnellläufer zu ihrem Weihnachtslaufen treffen, wird viel von den guten alten Zeiten die Rede sein. Die sind lange vorbei. Das Eis-Oval im Küchwald verfällt.

Insgesamt fehlen 45 Millionen Euro. Zehn Millionen Euro kostet eine Sanierung der 400-Meter-Bahn inklusive eines Dachs.

"Der Aufsichtsrat der Eissport- und Freizeit GmbH hatte das empfohlen", sagt Miko Runkel (54, parteilos), Ordnungsdezernent und Aufsichtsratsvorsitzer. "Die Entscheidung fiel für Sportforum und Radrennbahn."

Auch Freizeitsportler würden sich über eine bessere Eissporthalle freuen.
Auch Freizeitsportler würden sich über eine bessere Eissporthalle freuen.

Deren Sanierung kostet 1,4 Millionen Euro. Das Eissportzentrum mit dem Eis-Oval, Trainings- und Wettkampfhalle wartet seit Jahren darauf, aus dem Dornröschenschlaf geküsst zu werden. 45 Millionen Euro würde eine Sanierung des gesamten Komplexes kosten, ergab eine Anfrage von Stadtrat Andreas Schmalfuß (49, parteilos).

Der Eisschnelllauf-Club-Chemnitz (ECC) hat 171 Mitglieder. Einige sind Weltspitze wie Nico Ihle (30), der bei Olympia 2014 in Sotchi über 1000 Meter Bronze um nur 0,12 Sekunden verfehlte. Um den Sportlern beste Bedingungen zu bieten, nimmt der ECC lange Wege in Kauf.

"Anfang Oktober waren wir zwei Wochen lang in Erfurt zum Training", so ECC-Präsident Marcel Brandt (37).

Gerd Heinze (72), der Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft, findet für die Haltung der Rathausspitze klare Worte: "Die Prioritäten liegen offensichtlich auf Fußballstadion und Sportforum. Wenn man den Eisschnelllauf will, muss sich die Chemnitzer Politik positionieren."

Fotos: Peter Zschage (1), imago (1)


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0