So schwer haben es bayerische Straßenmusiker wirklich

München - Straßenmusiker haben es in manchen bayerischen Städten schwerer als in anderen. Das liegt vor allem daran, dass die Bestimmungen für Straßenmusikanten im Freistaat nicht einheitlich geregelt sind.

Ein Straßenmusiker spielt beim Nürnberger Bardentreffen auf einem Schlagzeug, das zum Teil aus einer Mülltonne besteht.
Ein Straßenmusiker spielt beim Nürnberger Bardentreffen auf einem Schlagzeug, das zum Teil aus einer Mülltonne besteht.  © DPA

Besonders teuer sind beispielsweise Spielerlaubnisse in München und Regensburg. Auch wie viele Straßenmusiker an einem Tag spielen dürfen, schwankt stark.

Das zeigt eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in acht bayerischen Städten.

Während eine Spielgenehmigung in Bayreuth und Ingolstadt gebührenfrei ist, kostet sie in Nürnberg vier, in Würzburg fünf, und in München und Regensburg zehn Euro pro Tag.

Gruppen zahlen in Regensburg 15 Euro. Denselben Preis verlangt Bamberg einer Sprecherin zufolge pro Person, aber gilt die Erlaubnis dort für zwei Tage. Leichter haben es Straßenmusiker in Augsburg, sie brauchen keine Genehmigung.

Wer in den anderen befragten Städten ohne Erlaubnis spielt, muss mit einem Platzverweis rechnen. Dies sei aber die Ausnahme, berichten Sprecher der Städte übereinstimmend. Ein Gespräch mit den Musikern reiche meist aus.

Ab und zu gebe es jedoch Uneinsichtige: In Ingolstadt musiziert einem Sprecher des Tiefbauamts zufolge eine Familie immer wieder ohne Genehmigung.

Klare Vorschriften für Straßenmusiker in Bayern

Ein Straßenmusiker spielt in der Fußgängerzone in der Münchner Innenstadt auf seiner Geige.
Ein Straßenmusiker spielt in der Fußgängerzone in der Münchner Innenstadt auf seiner Geige.  © DPA

Mitarbeiter des Tiefbauamts hätten die Familie wiederholt angesprochen, "aber die haben nicht eingesehen, dass andere singen dürfen und sie nicht." Schließlich habe ein Beamter einen Platzverweis ausgesprochen.

Wie viele Straßenmusiker pro Tag in einer Stadt auftreten dürfen, ist ebenfalls unterschiedlich. In München sind es maximal zehn, sagt ein Sprecher der Stadt. "Die Anwohner und Geschäfte brauchen ja auch noch ein bisschen Nerven."

In Nürnberg dürfen dem Liegenschaftsamt zufolge fünf Straßenmusiker am Tag auftreten. Genauso viele erlauben die Städte Würzburg und Ingolstadt.

In Bamberg dürfen täglich drei Straßenmusikanten spielen. In Regensburg sind ebenfalls zwei einzelne Musiker oder eine Gruppe erlaubt. "Straßenmusik ist ja wirklich klasse", sagt eine Sprecherin der Stadt. Aber auch die Interessen von Anwohnern und Geschäften müssten berücksichtigt werden.

In allen befragten Städten müssen die Straßenmusiker nach dreißig Minuten - oder in München nach einer Stunde - an einen anderen Standort weiterziehen.

Feierabend haben die Musiker am frühesten in Augsburg und Bayreuth - hier ist um 18 Uhr Schluss. In München und Nürnberg darf hingegen bis 22 Uhr musiziert werden.

Titelfoto: DPA

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