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Ein letztes Mal "SO&SO": Stadt und Fraktionen wollen Leipzigs Clubkultur retten

SPD, Grüne, Linke, Leipziger Stadtverwaltung und LTM GmbH äußern sich zur Clubkultur

Anlässlich des Endes des SO&SO hat sich TAG24 bei der Leipziger Verwaltung, SPD, Linken, Grünen und der LTM GmbH zur Lage der Clubszene erkundigt.

Von Eric Mittmann

Leipzig - Am heutigen Freitag beginnt mit "Schöne alte Welt" die letzte Party im "SO&SO". Das Ende des Leipziger Clubs auf dem Freiladebahnhof im Stadtteil Eutritzsch hat in den vergangenen Monaten große Wellen geschlagen. Gegenüber TAG24 erklärten die Verwaltung und Fraktionen der Messestadt, wie es tatsächlich um die Clubkultur steht, wie sie diese Erhalten wollen und was die Szene für Leipzig bedeutet.

Das "SO&SO" lädt ein letztes Mal zum Tanz ein.
Das "SO&SO" lädt ein letztes Mal zum Tanz ein.

"Wir brauchen einen verstärkten Einsatz der Stadt und des Bürgermeisters für die Szene", erklärte Grünen-Stadtrat Tim Elschner. Ihm zufolge habe die Clubkultur in Leipzig noch nicht den Stellenwert, den sie haben müsste. "Vor allem in der Verwaltung. Da wird zwar mit dem bunten Leben geworben, aber ich kann nicht erkennen, dass sich ein Ordnungsbürgermeister proaktiv bei der Suche nach neuen Standorten einsetzt. Und wo ist denn die Wirtschaftsförderung für Clubs? Hierbei geht es schließlich nicht nur um das 'SO&SO', sondern um die Kultur allgemein."

Die Schließung beliebter Clubs und Freiräume in Leipzig hat in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit erhalten. Zwar stand in den vergangenen Monaten vor allem das "SO&SO" im Mittelpunkt der Debatte. Ein ähnliches Schicksal ereilte jedoch bereits auch das "4Rooms", "Bimbotown" sowie die alte Damenhandschuhfabrik. Auch die Situation um die "Distillery" ist nach Informationen von TAG24 weiterhin nicht vollständig geklärt.

Christopher Zenker, Fraktionsvorsitzender der Leipziger SPD, sagte gegenüber TAG24, dass er durchaus ein Aussterben befürchtet, wenn sich die Stadt nicht verstärkt für die Szene einsetzt. "Es hat da einiges an Verdrängung stattgefunden. Wir brauchen allerdings eine Lösung, bei der Wohnen und Kultur zusammen existieren können."

Leipzigs Clubszene: "Wir müssen Gebiete entstehen lassen, in denen die Clubs auch bleiben"

Sowohl die SPD als auch Bündnis 90/Die Grünen sowie die Leipziger Linke kämpfen seit Jahren für die Clubszene im Stadtrat. Die Sozialdemokraten hatten erst im Dezember einen neuen Antrag eingereicht. Dieser fordert unter anderem:

  • die Erfassung der Clubs und deren Entwicklungsperspektiven in einem Kataster;
  • die Sicherung von kreativen Freiräumen bei Nutzungskonflikten sowie deren Entwicklung und Etablierung bei der städtebaulichen Planung;
  • die Identifizierung potenzieller "Eroberungs- und Erprobungsräume" für kreative Szenen.

Zudem solle nach Förderprogrammen des Freistaates, Bundes und der EU Ausschau gehalten werde, um diese Maßnahmen zu unterstützen. All dies möglichst in Zusammenarbeit mit der IHK Leipzig und der IG Livekommbinat, eine Interessengemeinschaft Leipziger Musikklubs, Gastronomieeinrichtungen und Veranstalter, zu denen unter anderem das Institut für Zukunft (IFZ) und die Moritzbastei gehören.

Gegenüber TAG24 sprach sich Zenker noch einmal explizit für ein Clubkataster aus. "Wir müssen Gebiete entstehen lassen, in denen die Clubs auch bleiben. Außerdem brauchen wir eine Förderung für Umzüge und die Standortsuche sowie einen Lärmschutzfonds, um Maßnahmen an Clubs und Gebäuden zu ermöglichen." Auch die Idee eines Nachtbürgermeisters erwähnte er noch einmal. "Im vergangenen Jahr haben wir dafür keine Mehrheit im Stadtrat bekommen. Vielleicht versuchen wir es im September nochmal."

Dass ein Clubkataster ein gutes Signal sei, sagte auch Juliane Nagel (Die Linke). "Dies hätte jedoch keine verbindliche Garantie zur Folge. Zum Ziel werden wir nur kommen, wenn auch die Stadtverwaltung auf den Bestand von Club- und Kultureinrichtungen beharrt und das ebenfalls in Bebauungsplänen und durch eine sensible Umfeldbebauung festsetzt."

Tim Elschner äußerte jedoch auch Bedenken. "Das Thema ist schwierig, weil man Freiräume politisch nicht verorten kann. Allerdings kann man sich trotzdem politisch für sie einsetzen." Der Grünen-Politiker forderte von Stadtverwaltung und Oberbürgermeister Burkhard Jung, dass sie sich dafür einsetzen sollen, das Thema Clubkultur auf die Tagesordnung des Gemeinde- und Städtetages zu setzen. "Dann müssen wir greifbare Ergebnisse liefern. Die Clubkultur ist schließlich auch ein Wirtschaftsfaktor."

Ende des "SO&SO": "Eine lebendige Kulturszene ist besonders wichtig"

Dessen ist sich durchaus auch die Leipziger Stadtverwaltung bewusst, wie sie auf Anfrage von TAG24 erklärte. Im sogenannten Wirtschaftscluster Medien- und Kreativwirtschaft, zudem auch die Clubszene gehört, seien derzeit mehr als 32.500 Menschen beschäftigt, hieß es. "Das macht 13 Prozent aller Beschäftigten in Leipzig aus. Diese Zahlen wachsen um drei bis vier Prozent pro Jahr."

Die Stadt sei im engen Austausch mit den Clubbetreibern und prüfe derzeit Wege, diese im Rahmen der Möglichkeiten adäquat zu unterstützen. Dabei seien auch das Kultur- und das Stadtplanungsamt beteiligt. "In einer wachsenden Stadt treffen verschiedene Interessenslagen aufeinander, die miteinander vereinbart werden müssen. Daran arbeitet die Stadtverwaltung derzeit dezernatsübergreifend."

Leipzigs Tourismus und Marketing Unternehmen, die LTM GmbH, sprach sich indes für eine Fortführung und einen Ausbau der sogenannten Clubtour aus, die erstmals 2018 startet. Dabei können sich die Clubs der Messestadt vorstellen und Probleme ansprechen. "Die Tour kam leider mindestens ein Jahr zu spät, sodass vor allem die Stadträte und die Stadtverwaltung kaum noch Einfluss auf die Problematik beispielsweise des "SO&SO" nehmen konnten", so Andreas Schmidt, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der LTM GmbH.

Das Unternehmen habe sich erfreut darüber gezeigt, dass inzwischen die meisten Leipziger Clubs in der IG Livekommbinat organisiert sind und sich gegenseitig unterstützen. "Das macht Mut für die Zukunft. Eine lebendige Kulturszene ist für eine Universitätsstadt wie Leipzig besonders wichtig."

Im Juli 2018 wurde bekannt, dass der Mietvertrag des "SO&SO" nicht verlängert wurde. Trotz starker Bemühungen im Stadtrat, Demonstrationen und einer Petition mit mehr als 5500 Unterschriften verkündete das "SO&SO" im November das endgültige Aus (TAG24 berichtete).

Fast 50 DJs geben sich nun bis Montagmorgen noch einmal die Klinke in die Hand, um den beliebten Club gebührend zu verabschieden. Den Betreiber zufolge verzichten sowohl Künstler als auch Personal dabei auf ihre Bezahlung, um einen Neuanfang finanzieren zu können. Was genau sich hinter dieser Aussage verbirgt, ist allerdings noch nicht bekannt. Los geht es am Freitag um Mitternacht.

Anm. d. Red:

In einer früheren Version dieses Textes hieß es, dass die Mietverträge sowohl des "SO&SO" als auch des "TV Clubs" gekündigt wurden. Tatsächlich wurde nur der Vertrag des "SO&SO" nicht verlängert, der des TV-Clubs ist bis heute ungekündigt. Zudem wurde TAG24 mitgeteilt, dass sich die CG-Gruppe aktiv bei der Stadt Leipzig dafür einsetzt, die baurechtliche Genehmigung zur Nutzung für das Gebäude des TV-Clubs nochmals erheblich zu verlängern.

Fotos: Screenshot/facebook.com/kuzsoundso/

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