So steht's wirklich um Dresdens Umwelt

Dresden - Der neue Umweltbericht der Landeshauptstadt liegt vor. Auf deren Grundlage äußert sich die Stadt erstmals, ob drohende Fahrverbote für Diesel vermieden werden können.

Wolfgang Socher (62) ist der Chef des Dresdner Umweltamtes.
Wolfgang Socher (62) ist der Chef des Dresdner Umweltamtes.  © Ove Landgraf

Die Fakten: Zum zweiten Mal nacheinander konnten die extrem wichtigen Grenzwerte für Stickstoffdioxid an den drei Messstationen (Bahnhof Neustadt, Bergstraße, Winckelmannstraße) eingehalten werden.

Grenzwertüberschreitungen waren in den letzten Jahren das Hauptargument der Deutschen Umwelthilfe, Fahrverbote vor Gericht erzwingen zu wollen.

"Wir sehen keine Handhabe mehr für Fahrverbote. Das scheint vom Tisch", so Umweltamts-Chef Wolfgang Socher (62). Abgewartet werden müssen jetzt noch Berechnungen für die gesamte Stadt auf Grundlage der neuen Messwerte. Die sollen bis Mitte November vorliegen. "Wir gehen davon aus, dass die Werte stadtweit gesunken sind."

Ganz anders das Thema CO2. Entgegen aller Pläne stagniert der Ausstoß des klimaschädlichen Gases seit über zehn Jahren bei zehn Tonnen pro Jahr und Einwohner. "Die Minderungsziele für 2010 und 2015 wurden verfehlt", gesteht Socher ein. Einen Grund dafür sich der Umweltamts-Chef in der boomenden Wirtschaft. "Viele Arbeitsplätze, die hier entstehen, sind sehr energieintensiv."

Sorgen macht zudem die immer noch hohe Neuversiegelung von wertvollen Böden. Jedes Jahr werden momentan Flächen so groß wie 70 Fußballfelder bebaut. Ziel wären maximal sieben Felder pro Jahr, die zudem an anderer Stelle komplett ausgeglichen werden sollen.

Grund für die weiterhin hohe Neuversiegelung ist der starke Zuzug nach Dresden und der seit Jahren vorhandene Wunsch nach immer größeren Wohnungen.

Negativ wirkt sich zudem die Forderung vieler Dresdner aus, auf Hochhäuser auf dem Gebiet der Landeshauptstadt weitgehend zu verzichten.

Viel zu viele Flächen in Dresden werden versiegelt, es fehlt am Bäumen - sagt der aktuelle Umweltbericht der Stadt.
Viel zu viele Flächen in Dresden werden versiegelt, es fehlt am Bäumen - sagt der aktuelle Umweltbericht der Stadt.  © Eric Münch
Jahrelang riss die Messstation an der Bergstraße die Grenzwerte. Die letzten zwei Jahre gab es keine kritischen Werte.
Jahrelang riss die Messstation an der Bergstraße die Grenzwerte. Die letzten zwei Jahre gab es keine kritischen Werte.  © Thomas Türpe

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