So viel Geld schuldet RB Leipzig seinem Investor Red Bull

RB-Leipzig-Chef Oliver Mintzlaff (links) zusammen mit Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz (rechts). Der Getränkehersteller ist mit 99 Prozent an der RasenBallsport Leipzig GmbH beteiligt.
RB-Leipzig-Chef Oliver Mintzlaff (links) zusammen mit Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz (rechts). Der Getränkehersteller ist mit 99 Prozent an der RasenBallsport Leipzig GmbH beteiligt.  © DPA

Leipzig - RB Leipzig hat große Pläne - aber auch große Schulden bei Red Bull. Bis Ende 2015 gewährte der Getränkehersteller dem Klub Darlehen in Höhe von 52,38 Millionen Euro.

Dies geht aus dem Jahresabschluss der RasenBallsport Leipzig GmbH hervor, der im Bundesanzeiger zu finden ist. In der GmbH sind das Bundesliga-Team sowie ein Großteil der Jugendmannschaften ausgegliedert. Die "Mitteldeutsche Zeitung" hatte darüber zuerst berichtet.

Insgesamt beliefen sich die aufgenommenen Darlehen von RB Leipzig Ende 2015 auf 58,92 Millionen Euro. Damit ist Red Bull der mit Abstand größte Darlehensgeber des Bundesliga-Klubs. Die Red Bull GmbH ist mit 99 Prozent an der RasenBallsport Leipzig GmbH beteiligt, 1 Prozent gehören dem Verein RasenBallsport Leipzig e. V.

Auch der Grund für die hohen Verbindlichkeiten des Klubs sind im Jahresabschluss niedergeschrieben. Demnach finanziert RB Leipzig seine Spielertransfers mithilfe von Darlehen.

Steigen die Verbindlichkeiten des Bundesligisten, steigt somit auch der Wert des Spielerkaders - im Jahresabschluss als "Spielerwerte" angegeben. Ende 2015 hatte der Leipziger Kader einen Wert von 48,77 Millionen Euro.

Davie Selke kam 2015 für acht Millionen Euro vom SV Werder Bremen zu RB Leipzig. Die Transfers werden mittels Darlehen finanziert.
Davie Selke kam 2015 für acht Millionen Euro vom SV Werder Bremen zu RB Leipzig. Die Transfers werden mittels Darlehen finanziert.  © DPA

Große Sorgen wegen der Darlehen macht sich RB Leipzig aber nicht. Im Jahresabschluss 2015 erklärte der damalige Zweitligist, dass man bedingt durch den sportlichen Erfolg von steigenden Umsätzen, vor allem durch eine höhere Zuschauerattraktivität ausgehe. Auch andere Einnahmequellen, wie beispielsweise TV-Einkünfte, sollen deutlich steigen.

Das ist auch dringend notwendig, denn sonst, könnte das Ziel Europa für die Leipziger in Gefahr geraten. "Die Erlöse durch externe Werbung, TV-Vermarktung, Handel und Ticketing müssen massiv steigen, wenn RB Leipzig keine Probleme mit Financial Fair Play bekommen will", so Henning Zülch, Professor für Rechnungswesen und Controlling an der Handelshochschule Leipzig (HHL) gegenüber der MZ. Damit sind die finanziellen Regeln für Klubs gemeint, die sich sportlich für den Europapokal qualifiziert haben.

Angesichts eines Jahresumsatzes von 81,71 Millionen Euro im Jahr 2016 müsse RB Leipzig seine Geldflüsse für 2016 laut Gesetz noch detaillierter aufschlüsseln - interessant mit Blick auf das Financial Fair Play der UEFA.


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