So will die Polizei Gurtmuffel erziehen

Selbst bei einer niedrigen Geschwindigkeit können starke Kräfte wirken. Anschnallen sollte daher eine Selbstverständlichkeit sein.
Selbst bei einer niedrigen Geschwindigkeit können starke Kräfte wirken. Anschnallen sollte daher eine Selbstverständlichkeit sein.

Von Juliane Bauermeister/Uwe Garten

Bautzen - Wer sich hier nicht anschnallt, wird auf den Kopf gestellt. Und spart dabei auch noch 30 Euro Bußgeld! Mit dieser verrückten Aktion möchte die Autobahnpolizei Bautzen leichtsinnige Fahrer erziehen.

„Uns geht es um den Lerneffekt bei den Verkehrsteilnehmern“, erklärt Frank Wobst (51), Chef der Autobahnpolizei Bautzen. Denn die Zahlen sind erschreckend.

„Laut Unfallforschern reduziert sich die tödliche Verletzungsgefahr um mindestens 50 Prozent, wenn man angeschnallt ist.“

Und so heißt es: Karussell statt Knöllchen.

Polizist Wobst: „Deshalb sind wir mit Gurtmuffeln kulant und erlassen die 30 Euro Strafe, wenn sie in den Simulator steigen. Denn das macht die meisten nachdenklich über das eigene Verhalten.“

Der kontrollierte Überschlag soll den Verkehrssündern "das Fürchten leeren".
Der kontrollierte Überschlag soll den Verkehrssündern "das Fürchten leeren".

So funktioniert die Simulation: In der Überschlagkabine können Gurtmuffel Platz nehmen, schnallen sich hier natürlich an. Und dann dreht sich alles einmal um 360 Grad. Dabei merken die Fahrer, wie wichtig es ist, sich anzuschnallen.

Beim Aufprallsimulator geht es mit 10 Stundenkilometern gegen ein fiktives Hindernis. Dabei wird gezeigt, welche Kräfte schon bei geringer Geschwindigkeit wirken.

Ein 100 Kilo schwerer Fahrer entwickelt so zum Beispiel bei 30 km/h eine Eigenmasse von 3,5 Tonnen ...

Noch bis Donnerstag kontrolliert die Autobahnpolizei mit drei Einsatzwagen (einer davon zivil), ob die Insassen angeschnallt sind - auf der A4 Richtung Dresden, (Rasthof Oberlausitz).

Frank Wobst (51), Chef der Autobahnpolizei Bautzen, geht es um den Lerneffekt. Simulator statt Knöllchen.
Frank Wobst (51), Chef der Autobahnpolizei Bautzen, geht es um den Lerneffekt. Simulator statt Knöllchen.
Bei einer Geschwindigkeit von 10 km/h trifft man hier auf ein Hindernis.
Bei einer Geschwindigkeit von 10 km/h trifft man hier auf ein Hindernis.
Bis Donnerstag halten die Kontrollen an - wer erwischt wird, muss in den Simulator.
Bis Donnerstag halten die Kontrollen an - wer erwischt wird, muss in den Simulator.

Fotos: Steffen Füssel


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