So wollen Jäger und Bauern Wildtiere vorm sicheren Tod bewahren

In ihren ersten Lebenstagen sind Rehkitze "Ducker".
In ihren ersten Lebenstagen sind Rehkitze "Ducker".  © 123RF

Schloß Holte-Stukenbrock - Weil sie es nicht besser wissen, verstecken sich junge Wildtiere oft in hohen Wiesen. Was ihnen dort blüht, können sie nicht ahnen: Denn immer wieder kommt es zum "Mähtod", weil die Tiere bei Mäharbeiten schlichtweg übersehen werden.

In Schloß Holte-Stukenbrock wollen Jäger und Bauern die tragischen Tode jetzt noch stärker verhindern. Seit 15 Jahren wirbt NRW bereits für ein wildtierschonendes Mähverfahren.

Im neuen NRW-Landesnaturschutzgesetz ist das Mähe jetzt nur noch von innen nach außen gestattet. Dabei soll den Wildtieren so lange wie möglich die Chance auf Flucht gewährt werden.

"Das bleibt dann aber auch einer der ganz wenigen Punkte, die in den letzten Jahren vom Gesetzgeber zum Besseren gedreht wurden", sagt der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Paderborn, Berthold Antpöhler, gegenüber der Neuen Westfälischen.

Das Problem an dem Verfahren: So genannte "Ducker", die bei Gefahr nicht flüchten, sondern sich klein machen, hilft dieser Vorgang kein bisschen. "Auch Rehkitze sind in ihren ersten Lebenstagen Ducker. Ihnen helfen wir in anderer Weise."

In diesem Fall hilft eine andere Methode: Bereits am Abend vorm Mähen werden akustische Scheuchen wie zum Beispiel Plastiktüten an den Wiesen aufgestellt. Die sollen Muttertiere und ihre Babys davon abhalten, sich in den Wiesen zu verstecken.

Am Mähtag selbst suchen häufig Jäger die Wiesen mit speziell ausgebildeten Hunden ab. Entdecken sie so ein Jungtier, wird dieses auf Grasbüschel gelegt und an einen sicheren Ort gebracht.

Außerdem kommen mittlerweile vermehrt akustische Wildretter zum Einsatz: Die senden ein gut 120 Dezibel lautes Signal aus, das die Tiere verscheuchen soll.

Neue Technologien wie das Absuchen mit Drohnen sowie Infrarot-Sensoren steckt noch in den Kinderschuhen und muss deshalb erst noch erprobt werden.

Titelfoto: 123RF


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