Söder bekennt sich zum "Autoland Bayern" und erntet einen Shitstorm

München - Es sollte einfach nur ein Tweet mit einem klaren Statement werden. Doch schnell zog Bayerns Ministerpräsident die Wut der Follower auf sich.

Damit hat er wohl nicht gerechnet: Auf seinen Tweet zum Bayerischen Autoforum folgte heftig Gegenwind für Markus Söder.
Damit hat er wohl nicht gerechnet: Auf seinen Tweet zum Bayerischen Autoforum folgte heftig Gegenwind für Markus Söder.  © Kay Nietfeld/dpa

Der CSU-Vorsitzende Markus Söder (52, CSU) stellt sich deutlich hinter die Automobilindustrie, möchte den Innovationsstandort Bayern stärken.

Dies wollte er auf Social Media kundtun und schrieb: "Bayerisches Autoforum: Wir brauchen mehr Technologiefreiheit und kein geistiges Tempolimit. Bayern investiert 300 Mio. Euro gerade für den Mittelstand: Mitarbeiter-Qualifizierung, Forschung, Hilfe bei Transformation, strategische Verkehrsplanung. Bayern ist und bleibt Autoland."

Problem: so richtig gut kam das nicht an. Schnell hagelte es Kritik von den Usern. So schrieb einer: "Ja, schade. Das hilft das neue Image als "Tree Hugger" gar nichts, wenn man in der politischen Umsetzung auf die 80er Jahre setzt. Ich habe Ihnen den Wandel sowieso keine Sekunde abgenommen." ("Tree Hugger" bedeutet so viel wie "Baum-Umarmer" - Anm. d. Red.)

Ähnliche Kritik folgt kurz darauf: "So lange Bayern Autoland bleibt sind ihre sämtlichen Aussagen zum Klimaschutz eine Farce und unglaubwürdig. Tempolimit und eine Entlassung des Totalversagers Scheuer wären ein Schritt in die richtige Richtung. #scheuermussweg". Ein weiterer User meinte: "Technologiefreiheit - ein schönes Wort. Ist es nicht gerade die bayerische/deutsche Automobilindustrie, die hier am meisten gepennt hat?" Auf Facebook gibt es vergleichbare Meinungen: "Das ist das was Tesla in einem Monat investiert."

Einer hatte sogar einen konkreten Kritikpunkt, um die Verhältnisse zu verdeutlichen: "Super, Herr Söder! 300 Millionen für den bayerischen Auto-Mittelstand (Audi, BMW, Bosch, Scheffler etc.). Aber die 7500 € Bayerischer Verlagspreis für Kleinverlage 1x im Jahr an _einen_ Verlag muss man leider streichen."

In eine ähnliche Kerbe schlägt ein weiterer Twitterer, der antwortet: "danke für nichts „bayern investiert“ nein, sie verschenken steuergelder an private unternehmen" (Rechtschreibungen übernommen). Söder selbst hat auf keine der Kritiken - weder auf Facebook, Instagram oder Twitter - reagiert.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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