Sachse baut Steinzeit-Sternwarte nach: Sie funktioniert!

Sohland - Schon vor Tausenden Jahren erforschten die "Ur-Sachsen" in den Wäldern die Natur, ergründeten auch die Rätsel der Sonne.

Der Nachbau des Kuckucksteins funktioniert wie das mystische Original: Die Sonne leuchtet beim astronomischen Wechsel der Jahreszeiten durch das Loch.
Der Nachbau des Kuckucksteins funktioniert wie das mystische Original: Die Sonne leuchtet beim astronomischen Wechsel der Jahreszeiten durch das Loch.

Forscher glauben, dass unsere Vorfahren darum geheimnisvolle Fels-Monumente anlegten. Diese Urzeit-Sternwarten sind heute als "Sonnenheiligtümer der Oberlausitz" erfasst. Einer der mystischen Steine wurde jetzt in Sohland nachgebaut.

Der Lausitzer Ralf Herold (57) von der Sternwarte Sohland erforscht die Sonnenheiligtümer seit 2007. Im „Projekt Götterhand“ hat er mit seinen Mitstreitern bereits 30 markante Felsformationen im Freistaat aufgespürt. Zwar gibt es (noch) keinen endgültigen wissenschaftlichen Beweis dafür, doch ist sich der Hobby-Astronom sicher: "Schon um 9000 vor Christus haben sich unsere Vorfahren die Felsen als Kalender nutzbar gemacht. Am Kuckuckstein in den Königshainer Bergen verschoben sie die obere Steinplatte, fügten einen Unterlegstein ein. Das entstandene Loch ermöglichte den Blick zum Himmel", erklärt Herold.

Der Clou: Nur zur Sommer- und Wintersonnenwende scheint die Sonne beim Aufgang durch das trichterförmige Loch auf einen bestimmten Punkt. Der Zeitpunkt markierte schon damals den Übergang der Jahreszeiten - die Sonnenheiligtümer sind für Herold damit prähistorische Kalender: "Damals trafen sich dort die Menschen, feierten Feste, verehrten die Sonne ..."

Und jetzt gibt's sogar zwei Kuckucksteine in Sachsen! Mit Fördergeldern der Gemeinde Sohland an der Spree und EU wurde der mystische Fels an der Sternwarte für 70.000 Euro nachgebaut.

Das 8-Tonnen-Monument ist mit 2,50 Metern etwas kleiner als das Original, dient als Lehr-Objekt und Startpunkt für die Wanderroute zu einigen Sonnenheiligtümern um Sohland. Morgen um 15 Uhr wird sie beim "Astronomischen Sommerfest“ eingeweiht, Eintritt frei.

Ein Kupferstich von Carl Adolph Gottlob von Schachmann (1725-1789) vom Kuckuckstein in den Königshainer Bergen um 1780.
Ein Kupferstich von Carl Adolph Gottlob von Schachmann (1725-1789) vom Kuckuckstein in den Königshainer Bergen um 1780.

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