Umweltschützer besetzen Kohlebagger bei Leipzig

Pödelwitz - Aktivisten starteten am Mittwochmorgen erneut eine Protestaktion im Tagebau Vereinigtes Schleenhain.

Dieses Banner brachten Umwelt-Aktivisten im vergangenen Februar an einem Kohlebagger nahe Pödelwitz' an.
Dieses Banner brachten Umwelt-Aktivisten im vergangenen Februar an einem Kohlebagger nahe Pödelwitz' an.  © Facebook/Ende Gelände

Vier Personen besetzten einen Kohlebagger in der Nähe des von dem Tagebau bedrohten Dörfchens Pödelwitz im Landkreis Leipzig. Darauf brachten sie ein Banner mit der Aufschrift "Lieber Haft als Kohlekraft - Doch beides gehört abgeschafft!" an.

"Zwischen 6 und 7 Uhr besetzten die Personen den Bagger im Tagebau", sagte Polizeisprecherin Katharina Geyer auf Anfrage von TAG24. Die Polizei arbeite momentan daran, die Personen wieder herunter zu bekommen.

Die Organisation "Ende Gelände Leipzig" hat sich am Mittwochmorgen zu der Protestaktion bekannt. Auf Facebook schreiben die Organisatoren: "LIEBER HAFT ALS KOHLEKRAFT! Mit diesem Slogan haben einige Aktivist*innen trotz der Repression der letzten Wochen im Tagebau Vereinigtes #Schleenhain seit heute früh einen weiteren Bagger besetzt. Repression kann uns nicht aufhalten, denn wir wissen worum es geht! Kohleausstieg bleibt Handarbeit."

Offenbar handelt es sich um eine Solidaritätsbekundung für drei in U-Haft sitzende Aktivisten.

UPDATE, 11.10 Uhr: Die Polizei sei vor Ort und habe die Aktivisten aufgefordert, den Bagger und das Gelände zu verlassen, so ein Mibrag-Sprecher. Bisher allerdings ohne Erfolg. Bereits Anfang Februar hatten 14 Umweltaktivisten der Gruppierung Ende Gelände einen Bagger im Tagebau Schleenhain besetzt (TAG24 berichtete). Auch in den Lausitzer Tagebauen Jänschwalde und Welzow Süd in Brandenburg hatten Kohlekraftgegner Bagger besetzt.

UPDATE, 14 Uhr: Bei den Aktivisten handelt es sich um zwei Männer und zwei Frauen, gab die Polizei am Nachmittag bekannt. Die Beamten forderte das Quartett eindringlich auf, den Abraumbagger zu verlassen, da es sich um Hausfriedensbruch handelte. Dem kamen die vier nicht nach, weshalb die Einsatzkräfte die Frauen und Männer herunterholten. Drei von ihnen leisteten dabei Widerstand. "Zum Zwecke der Identifizierung und weiterer strafprozessualer Maßnahmen, verbrachte man die Tatverdächtigen in die Räume der Polizeidirektion Leipzig. Die berechtigte Firma des Tagebaus erstattete darüber hinaus Anzeige wegen Hausfriedensbruch", hieß es darüber hinaus in einer Mitteilung der Polizeidirektion Leipzig.

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