Böse Blicke jeden Tag: "Meine beste Freundin hat das Down-Syndrom"

Birmingham/Solihull (England) - Diese Freundschaft versteht so gut wie niemand: Amber McLeods (25) beste Freundin, Claire Dutton (32), hat das Down-Syndrom. Seit Ende 2015 sind die zwei Engländerinnen unzertrennlich - und genauso lange sind sie bösen Blicken und Missbilligung ausgesetzt.

Claire Dutton (32) und Amber McLeod (25) auf einem Facebook-Selfie.
Claire Dutton (32) und Amber McLeod (25) auf einem Facebook-Selfie.  © Facebook/Screenshot/Claire Louise Dutton

Amber McLeod, die bei ihren Eltern in Birmingham lebt, versteht die Aufregung bis heute nicht und erklärte ihre besondere Freundschaft jetzt in einem Interview mit der "SUN".

Über die bösen Blicke, die beide Frauen jedes Mal bekommen, wenn sie zusammen ausgehen, sagte die 25-Jährige: "Leider habe ich mich diesen Blicken gestellt, seit Claire und ich uns Ende 2015 kennengelernt haben. Sie hat das Down-Syndrom und viele Leute glauben, ich bin ihre Betreuerin, sie sind unfähig zu verstehen, dass wir tatsächlich die besten Freundinnen sind."

McLeod sah Claire Dutton das erste Mal im Solihull College - einer Schule für Weiterbildungen. "Ich machte Sozialstudien und sie absolvierte einen Kurs für einen gesunden Lebensstil, der ihr dabei helfen sollte selbstständiger zu werden", so die Britin.

"Eines Tages sah ich Claire in der Kantine, die an einem Tisch mit anderen Menschen mit Lernschwierigkeiten saß... Sie hatte etwas so Lebhaftes an sich - sie hatte diese unglaubliche Energie - und ich wollte sie kennenlernen."

Die Chemie zwischen Amber McLeod und Claire Dutton stimmte sofort

Am Sonntag veröffentlichten die Freundinnen ein neues Selfie auf Facebook.
Am Sonntag veröffentlichten die Freundinnen ein neues Selfie auf Facebook.  © Facebook/Screenshot/Claire Louise Dutton

Die erste Kontaktaufnahme verlief ganz entspannt. Die Chemie zwischen den Frauen stimmte von der ersten Sekunde an. Amber McLeod beschrieb es wie folgt: "Wir haben uns unterhalten und ich wusste, dass ich jemanden ganz besonderen getroffen hatte. Sie war lustig, frech und die Unterhaltung verlief reibungslos. Es war wie mit jedem anderen Twenty-Something zu reden."

Ein Leben lang war Claire Dutton wie ein Kind behandelt worden. Amber McLeod war von Anfang an klar, dass dies für sie nicht infrage käme. Sie behandelte die 32-Jährige wie jede andere Freundin, ging mit ihr feiern und shoppen.

Gegen den Vorwurf, dass ihre Freundschaft eine Einbahnstraße sei, weil nur sie sich um Claire kümmern könne und nicht umgekehrt, wehrte sich Amber McLeod entschieden. Sie betonte, wie sehr ihre beste Freundin an ihrer Seite gestanden hatte, als ihre Tante gestorben war.

Claire Dutton über die Freundschaft zu Amber McLeod

Ziemlich beste Freundinnen.
Ziemlich beste Freundinnen.  © Facebook/Screenshot/Claire Louise Dutton

McLeod schwärmte von Claire Duttons Fähigkeit, Trost zu spenden. Sie selbst stünde hingegen oft an der Seite ihrer Freundin, wenn diese aufgrund ihrer Behinderung ins Krankenhaus müsste.

Claire Dutton, die in Solihull bei ihrer Mutter lebt, äußerte sich ebenfalls über die Freundschaft mit Amber:

"Leider gibt es immer noch Missverständnisse, dass Menschen mit Down-Syndrom keine richtigen Freunde haben können, aber Amber sieht über meinen Zustand hinweg die Person, die ich bin. Ich hoffe, ich bin für sie genauso eine gute Freundin wie sie für mich."

Dem ist bestimmt so. Am Sonntag posteten die zwei Freundinnen ein neues Selfie auf Facebook und zeigten der Welt ein weiteres Mal, dass sie unzertrennlich sind.

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