Grausamer Babymord kommt erneut vor Gericht

Lüneburg/Karlsruhe - Der schreckliche Tod der vier Monate alten Maya wird die Richter in Lüneburg erneut beschäftigen. Gegen die Mutter des Mädchens wird zum zweiten Mal vor dem Landgericht verhandelt.

Die Mutter soll das Kind aus Rache an ihrem Vater getötet haben.
Die Mutter soll das Kind aus Rache an ihrem Vater getötet haben.  © DPA

Das Gericht hatte die heute 25 Jahre alte Frau im Februar zu lebenslanger Haft wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen verurteilt. Der Bundesgerichtshof hob die Entscheidung jedoch auf.

Die Richter in Karlsruhe hatten keinen Zweifel daran, dass die Frau das vier Monate alte Mädchen erstickt und ihr dann den Kopf abgetrennt hatte. Das Motiv sei in Lüneburg aber nicht ausreichend geklärt worden.

Die aus Eritrea oder Äthiopien stammende Frau habe sich ein freies Leben ohne Kind gewünscht, meinte das Landgericht. Zudem habe sie sich am Vater des Kindes rächen wollen, weil er sie allen gelassen habe.

Dagegen war die Anklage davon ausgegangen, dass die Frau aus Rache für durch den Mann erlittene Gewalt gehandelt hatte.

Jetzt muss sich eine andere Kammer des Landsgerichts mit dem Fall beschäftigen.

Die Mutter des Kindes (Mitte) wurde 2017 des Mordes für schuldig befunden.
Die Mutter des Kindes (Mitte) wurde 2017 des Mordes für schuldig befunden.  © DPA

Doch was ist eigentlich geschehen? Zum Jahreswechsel 2017 gab es seit Tagen kein Lebenszeichen mehr von seiner Freundin und dem Baby, sagte der 27 Jahre alte ehemalige Lebensgefährte als Zeuge im ersten Prozess aus.

Daraufhin alarmierte er die Polizei, die ihn kurz zuvor der Wohnung verwiesen hatte. Die Beamten fanden schließlich die Kindesleiche in der Wohnung der Mutter, eine Woche später konnte sie festgenommen werden. Seitdem sitzt sie in Untersuchungshaft.

Der Sudanese hatte seine Ex-Freundin auf einem Flüchtlingsboot auf dem Mittelmeer Ende 2015 kennengelernt. Beide wollten Afrika verlassen, um auf einem neuen Kontinent gemeinsam ein neues Leben anzufangen.

Nach der Geburt der gemeinsamen Tochter gab es jedoch nur noch Streit um das Geld, berichtete der Vater. Die Mutter erhielt 800 Euro Sozialhilfe.

Der Vater trennte sich von ihr, wollte nur noch Kontakt zum Kind haben. „Sie wusste, dass ich mein Kind sehr liebe. Deswegen wollte sie sich rächen an mir", sagte er damals vor Gericht. Der Rest ist bekannt.

Jetzt, drei Jahre später, ist alles anders. Sie stehen sich vor Gericht gegenüber. Sie angeklagt wegen Mordes an ihrer Tochter, er als Nebenkläger.

Mit einem Urteil wird für Ende November gerechnet.

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