Affenhitze: Das sind die Gewinner und Verlierer des Super-Sommers

Düsseldorf – Für die einen war es der beste Sommer seit vielen Jahren, die anderen kämpfen mit den Folgen von Hitze und Trockenheit.

Der Absatz von Mineralwasser und anderen Erfrischungsgetränken ist kräftig gestiegen.
Der Absatz von Mineralwasser und anderen Erfrischungsgetränken ist kräftig gestiegen.  © DPA

Der Sommer 2018 in Nordrhein-Westfalen war sehr heiß und trocken - doch in anderen Bundesländern hatte die Sonne noch mehr Ausdauer.

Mit 740 sonnigen Stunden war NRW sogar das sonnenscheinärmste Flächenland, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag in einer vorläufigen Sommerbilanz mitteilte.

Nur in Hamburg ließ sich die Sonne etwas weniger blicken, in Bremen schien sie ebenfalls 740 Stunden.

Während viele sich über reichlich Sonnenstunden freuen, leidet die Natur immer stärker unter der Dürre und Dauerhitze. (TAG24 berichtete)

Der Super-Sommer hat Handel und Gastronomie bisher gute Gewinne beschert. "2018 war unser Sommer", sagt Monika Reinhardt, Inhaberin von Kikas Eiscafé in Essen. "Das kann gerne im September so weitergehen", sagt sie.

Und auch die Freibäder zählten in dieser Saison weit mehr Besucher als im Vorjahr. (TAG24 berichtete) "Eine sehr gute Saison, die beste, die wir seit 2004 erlebt haben", berichtet Claudia Heckmann, Geschäftsführerin der Sportwelt Dortmund.

Mancherorts wie in Bad Oeynhausen, Essen, Münster, Bochum und Bonn bleiben Open-Air-Bäder wegen des guten Wetters sogar bis in den September hinein geöffnet.

Am Düsseldorfer Rheinufer sind durch die anhaltende Trockenheit Risse entstanden.
Am Düsseldorfer Rheinufer sind durch die anhaltende Trockenheit Risse entstanden.  © DPA

Für die Fische sei der Sommer allerdings außergewöhnlich schwierig gewesen, klagt Michael Möhlenkamp, Geschäftsführer des Fischereiverbandes NRW.

Die hohen Temperaturen hätten lokal zu Fischsterben geführt. "Insbesondere kleine, flache Gewässer hatten nicht mehr genug Sauerstoff."

Zudem bekämen die Fische bei Hitze weniger Nachwuchs. Diese Langzeit-Folgen werde man noch in ein paar Jahren spüren. Das treffe auch die Betreiber von Fischteichen. "Sie haben deutliche Verluste zu beklagen und auch hier gibt es weniger Nachwuchs."

"Im Frühjahr hatten viele Bäume noch einen guten Start, aber im Sommer gab es einfach zu wenig Wasser für ein ordentliches Wachstum", sagt Münsters Stadtförster Hans-Ulrich Menke. (TAG24 berichtete)

"Für Insekten war das ein Top-Jahr", so der Förster. Denn die Entwicklung der Schädlinge werde durch die Hitze begünstigt.

Wie stark die Trockenheit die Bauern getroffen hat, hänge vor allem von der Bodenbeschaffenheit ab, sagt Christoph Ridder, Kreisvorsitzender der Kreisbauernschaft der Ruhrgroßstädte. (TAG24 berichtete) "Lehmböden speichern die Feuchtigkeit, dort gab es meist gute Ernten", erläutert der Landwirt aus Essen. Seine Ernte ist daher trotz der Hitze zum Großteil gut: "Die Gersten- und Weizenernte war sehr gut und der Körnermais sieht auch gut aus."

Bauern, die auf leichteren Böden zum Beispiel aus Sand oder Kies anbauen, hätten aber mit größeren Verlusten zu kämpfen. Sein Fazit: "So einen Sommer brauchen wir definitiv nicht jedes Jahr."

Titelfoto: DPA


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