Hitzewelle in Deutschland kann schnell zur Gefahr werden: Darauf solltet Ihr achten

Mainz - Der Hitzehammer hat Deutschland aktuell voll im Griff. Doch die Dauersonne birgt viele Gefahren in allen Lebenslagen. Auch für Kinos und Sportplätze sind die hohen Temperaturen ein Thema. Experten raten unterdessen dringend dazu, beim Baden und Grillen höchste Vorsicht walten zu lassen. Und auch bei Lebensmitteln spielt die derzeitige Hitze eine Rolle.

Die Wahl des Badesees sollte wohl überlegt sein.
Die Wahl des Badesees sollte wohl überlegt sein.  © dpa/Thomas Frey

Badegefahr: Die DLRG Rheinland-Pfalz warnt vor dem Schwimmen an nicht gesicherten Stellen. Hier sei im Notfall kein Rettungsdienst vorhanden, zudem bestehe in Flüssen Gefahr durch Schiffsverkehr. Im vergangenen Jahr gab es im Bundesland der DLRG zufolge 22 Badetote.

Badegewässer: Nach aktuellen Daten vom vergangenen Freitag ist das Schwimmen dem Landesuntersuchungsamt zufolge in keinem der 70 rheinland-pfälzischen Badegewässer verboten. Bei zwei Gewässern sei indes die Warnstufe wegen Blaualgen erreicht: dem Waldsee Argenthal (Rhein-Hunsrück-Kreis) und dem Freibad Schinderweiher (Kreis Altenkirchen).

Weitere Gewässer seien unter Beobachtung. Blaualgen, also Cyanobakterien, produzieren Giftstoffe, die allergische Reaktionen, Hautreizungen oder auch Magen-Darm-Probleme hervorrufen können. Ab einer Konzentration an Blaualgen-Chlorophyll von 15 Mikrogramm pro Liter wird den zuständigen unteren Wasserbehörden - den Kommunen - vom Landesamt eine Warnung der Badegäste empfohlen.

Brandgefahr: Aufgrund der andauernden Trockenheit bitten mehrere Städte Friedhofsbesucher, auf Grablichter und Kerzen zu verzichten. Zudem ist das Grillen vielerorts untersagt. Die Wald- und Wiesenbrandgefahr ist hoch: Der Index hat für das Saarland und weite Teile von Rheinland-Pfalz die zweithöchste Gefahrstufe (4) erreicht.

Kinos: Bei der Kinokette Cinestar, die auch Häuser in Ludwigshafen und Mainz betreibt, heißt es, grundsätzlich gingen zwar im Hochsommer weniger Menschen ins Kino als in der kühleren Jahreszeit. "Es ist aber tatsächlich so, dass – je länger die Hitze dauert – die Besucherzahlen gerade in den Abendstunden wieder ansteigen", sagte Geschäftsführer Oliver Fock. Die Gäste seien der Wärme dann überdrüssig und zögen dieser einen Abend im klimatisierten Kino vor.

Auch beim Grillen ist bei den hohen Temperaturen absolute Vorsicht geboten (Symbolbild).
Auch beim Grillen ist bei den hohen Temperaturen absolute Vorsicht geboten (Symbolbild).  © dpa/Wolfram Kastl

Lebensmittel: Beim Umgang mit Lebensmitteln ist in diesen heißen Tagen besondere Vorsicht geboten. Keime in Lebensmitteln können sich deutlich schneller vermehren als sonst, wie Tierärztin und Lebensmittelexpertin Monika Mewes-Beyer vom Landesuntersuchungsamt in Koblenz sagte.

Die Zahl an Salmonellen etwa könne sich bei 37 Grad binnen 20 Minuten verdoppeln. Die Hitze sorge auch dafür, dass Lebensmittel schneller verderben. Einkäufe sollten stets in Kühlboxen oder -taschen nach Hause transportiert werden, rät Mewes-Beyer. Sie empfiehlt auch, die Kühlschrank-Temperatur nach unten zu drehen.

Sportplätze: Viel wird im Moment über das Granulat auf Kunstrasenplätzen diskutiert, im Raum steht ein mögliches europaweites Verbot des Auffüllens dieser Mikroplastik-Partikel auf den Plätzen. Nun sorgt genau das Granulat in Kombination mit der Hitze für Platzsperrungen. Die Stadt Bad Kreuznach etwa teilte mit, dass bei den hohen Temperaturen das Granulat verklumpe. Die Plätze drohten, kaputt zu gehen. Zwei Plätze wurden hier gesperrt, vorerst bis einschließlich Sonntag bei Temperaturen von mehr als 30 Grad.

Wassertränken: Die Hitze macht auch den Vögeln zu schaffen. Besonders betroffen seien Körnerfresser, sagte Christian Dietzen von der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz. Weil Pfützen und kleine Teiche austrocknen, fehlen ihnen Wasserquellen zum Trinken. Wer den Tieren helfen möchte, könne das mit wenig Aufwand tun, meinte der Biologe.

Schon ein Teller auf dem Balkon reiche aus, um Vögeln eine Möglichkeit zum Baden und Trinken zu bieten. Wichtig sei, die Vogeltränken jeden Tag zu säubern und frisch aufzufüllen. "Ansonsten können sich Krankheitserreger enorm schnell verbreiten."

Titelfoto: dpa/Thomas Frey

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