Schwere Sicherheitsverstöße in Kaserne Sondershausen

Bei Schießübungen soll es in der Kaserne zu Regelverstößen gekommen sein. (Archivbild)
Bei Schießübungen soll es in der Kaserne zu Regelverstößen gekommen sein. (Archivbild)  © DPA

Sondershausen - Zu den Missständen in der Bundeswehr-Kaserne in Sondershausen sind weitere Vorwürfe bekanntgeworden.

Wie der "Spiegel" am Samstag berichtete, soll es dort bei der Ausbildung von Unteroffizieren massive Verstöße gegen Sicherheitsbestimmungen gegeben haben.

So hätten sich Ausbilder beim Schießen mit Handwaffen zwischen Schützenscheiben gestellt. Diesen Regelverstoß soll ein Bataillonskommandeur damit begründet haben, dass die Soldaten im Einsatz auch keine andere Wahl hätten, als sich über die Sicherheitsbestimmungen hinwegzusetzen.

Zudem sollen laut dem Nachrichtenmagazin fehlerhafte Schießkladden durch Ausbilder mit Dienststempeln gefälscht worden sein, Ausbilder hätten Lehrgangsteilnehmer mit Plastikgeschossen aus Spielzeugwaffen beschossen und Alkohol als Ausgleich für "Ausbildungsmängel" verlangt.

Bekannt war bereits, dass Soldaten in Sondershausen von Hauptfeldwebeln regelmäßig verbal erniedrigt und zu Strafmaßnahmen wie langen Dauerläufen - teilweise bis zum Zusammenbruch - gezwungen worden sein sollen. Anwärter seien als "genetischer Abfall" beschimpft worden, der "endlich aussortiert" werden müsse.

Nach früheren Angaben des Verteidigungsministeriums hat es in einer Einheit in Sondershausen längere Zeit "Mängel im Führungsstil und Mängel im Führungsverhalten" gegeben.

Titelfoto: DPA


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0