Plante sie mit Terroristen ein Attentat? Songül G. weißt Vorwürfe zurück

Hamburg - Die 41-jährige Songül G. muss sich ab Montag (9.30 Uhr) vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht wegen Unterstützung der Terrormiliz IS verantworten.

Polizisten führen die festgenommene Songül G. in einen Hubschrauber der Bundespolizei. (Archivbild)
Polizisten führen die festgenommene Songül G. in einen Hubschrauber der Bundespolizei. (Archivbild)  © dpa/Bodo Marks

Der Generalbundesanwalt wirft G. vor, den selbst ernannten "Islamischen Staat" bei der Einschleusung von Kämpfern unterstützt zu haben, die einen Terror-Anschlag auf eine nicht näher genannte Großveranstaltung in Deutschland mit vielen Toten geplant haben sollen.

Die deutsche Staatsbürgerin war im Dezember 2018 in Hamburg festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Laut Anklage hatte die aus Bremen stammende Frau 2016 über ein unter falschem Namen registriertes Handy Konten bei Messenger-Diensten und bei Facebook eingerichtet und diese einem bekannten Paar zur Kommunikation zur Verfügung gestellt, das im Jahr zuvor nach Syrien ausgereist war und sich dem IS angeschlossen hatte.

Zudem soll sich Songül G. bereit erklärt haben, einen IS-Kämpfer, der für den Anschlag aus Syrien nach Deutschland eingeschleust werden sollte, bei sich in Hamburg unterzubringen und zu heiraten. Jedoch sei es der Gruppe nicht gelungen, bereits ausgewählte Attentäter nach Deutschland zu bringen.

Die Anklage lautet auf Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland in vier Fällen. Für das Staatsschutzverfahren vor dem 8. Strafsenat sind bis Ende Oktober 16 Verhandlungstage anberaumt.

Songül G. wollte IS-Kämpfer heiraten

Die Angeklagte sitzt vor Prozessbeginn im Gerichtssaal neben ihrem Anwalt Martin Heising.
Die Angeklagte sitzt vor Prozessbeginn im Gerichtssaal neben ihrem Anwalt Martin Heising.  © dpa/Christian Charisius

UPDATE, 13 Uhr: Zu Beginn eines Prozesses hat die Angeklagte vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht die gegen sie erhobenen Vorwürfe bestritten.

Sie räumte am Montag zwar ein, mit einer in das Gebiet des selbst ernannten Islamischen Staates ausgereisten Frau in Kontakt gestanden und dieser 2016 auch eine Handy-Rufnummer und Accounts in sozialen Netzwerken zu Verfügung gestellt zu haben. Sie habe aber nicht gewusst, dass diese Frau eine aktive Rolle im IS gespielt habe.

Auch den Vorwurf der Bundesanwaltschaft, dass sie in Pläne für einen großen Anschlag in Deutschland eingebunden gewesen sei und sich in diesem Zusammenhang auch dazu bereit erklärt habe, einen aus Syrien einreisenden IS-Kämpfer bei sich in Hamburg unterzubringen und zu heiraten, wies sie zurück.

Vielmehr habe sie zum damaligen Zeitpunkt selbst ins IS-Gebiet ausreisen wollen, weil sie sich als offen bekennende Muslima in Deutschland nicht mehr wohlgefühlt habe. Die Kontakte zu der anderen Frau hätten auch nur diesem Zweck gedient.

Im Zuge der Festnahme durchsuchten Polizisten ein Mehrfamilienhaus in Hamburg. (Archivbild)
Im Zuge der Festnahme durchsuchten Polizisten ein Mehrfamilienhaus in Hamburg. (Archivbild)  © dpa/Bodo Marks

Titelfoto: dpa/Christian Charisius

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