Wie viel Sonnenfinsternis bekommen wir in Sachsen zu sehen?

Von Andrzej Rydzik

Dresden - Die Sonnenfinsternis am Freitag wird für viele hohen Unterhaltungswert haben. Es wird zwar keine totale Sonnenfinsternis wie vor 16 Jahren zu beobachten sein, dennoch lohnt sich das Schauspiel am Himmel.

Doch nicht für alles handelt es sich um einen lustigen Tagesspaß. Für die Stromnetzbetreiber stellt das kosmische Schattenspiel einen Stresstest dar. MOPO24 klärt die drei wichtigsten Fragen zur Sonnenfinsternis.

Gut vorbereitet: Azubi Lisa Werner (21) hat sich für das Betrachten der Eklipse gleich zwei Schutzbrillen zugelegt.
Gut vorbereitet: Azubi Lisa Werner (21) hat sich für das Betrachten der Eklipse gleich zwei Schutzbrillen zugelegt.

Was genau passiert am Freitag, den 20. März?

In ganz Deutschland wird zwischen 9.30 Uhr und 11.50 Uhr eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen sein. Wie stark die Sonne vom Neumond tatsächlich verdeckt wird, hängt vom Standort des Beobachters ab.

Von Sachsen aus wird eine Bedeckung von gut 72 Prozent (Süden: 67 Prozent, Norden: 82 Prozent) erwartet. Allerdings wird der Tag nicht zur Nacht wie bei der totalen Sonnenfinsternis 1999.

Astronomen rechnen mit einer Abschattung ähnlich einer starken Bewölkung.

So sieht sie technisch aus: Die Sonnenfinsternis am 20. März 2015.
So sieht sie technisch aus: Die Sonnenfinsternis am 20. März 2015.

Wie und wo lässt sich die Sonnenfinsternis beobachten?

Augenärzte warnen davor, die Sonnenfinsternis zu lange ohne spezielle Brille zu beobachten. Verbrennungen der Netzhaut drohen. Die Dresdner Optiker warten allerdings noch vergeblich auf Sofi-Brillen oder haben keine mehr. Die Nachfrage war schlichtweg nicht gegeben, um große Mengen zu horten.

Auch bei Amazon sind die Sofi-Brillen-Bestände ausverkauft (Stand gestern).

In den Sternwarten Radebeul und Riesa werden am Freitag ab 9 Uhr Beobachtungen durch die Teleskope angeboten. Im Planetarium des Palitzsch-Museums wird das Phänomen in Echtzeit simuliert.

So sah es bei der letzten partiellen Sonnenfinsternis am 4. Januar 2011 aus: Damals war es stark bewölkt, am Freitag soll der Himmel klarer sein.
So sah es bei der letzten partiellen Sonnenfinsternis am 4. Januar 2011 aus: Damals war es stark bewölkt, am Freitag soll der Himmel klarer sein.

Hält das Stromnetz der Sonnenfinsternis stand?

Netzbetreiber fürchten starke Stromschwankungen. Durch die Sonnenfinsternis bricht die Solarstromerzeugung schlagartig ein, fährt danach binnen kurzer Zeit wieder von null auf hundert hoch.

Vattenfall wird die erwarteten Schwankungen beim Solarstrom mit Energie aus Kohle und Wasser auffangen. „Auch die DREWAG stellt sich auf die besondere Situation ein. Die Mitarbeiter der Netzleitstelle sind mit den notwendigen Maßnahmen zur Unterstützung der Systemsicherheit vertraut“, beruhigt Sprecherin Gerlind Ostmann (49).

Fotos: Sven Gleisberg, Uwe Meinhold, dpa-Infografik


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