Sonnenschutz von innen: Das solltet ihr essen, um eure Haut fit zu halten

Berlin-Düsseldorf - Wer sich übers Jahr ausgewogen und vielseitig ernährt, kann der Haut nicht nur im Sommer Gutes tun - und den Lichtschutzfaktor leicht erhöhen. Dabei kommt es auf die richtige Vitaminzufuhr an.

Möhren wird nachgesagt, dass sie die Haut bräunen und sie zugleich vor Sonne schützen.
Möhren wird nachgesagt, dass sie die Haut bräunen und sie zugleich vor Sonne schützen.  © Andrea Warnecke/dpa-tmn

Möhren, Nüsse, Haferflocken - es gibt eine ganze Reihe von Lebensmitteln, denen ein positiver Einfluss auf die Haut nachgesagt wird. Manche sollen gar für eine Art natürlichen Sonnenschutz sorgen.

Tatsache ist: Von einer gesunden Ernährung profitiert die Haut. Ebenso wie andere Organe ist sie auf eine Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und Nährstoffen angewiesen. Mit Hilfe von Vitamin A zum Beispiel werden neue Hautzellen gebildet.

Das ist vor allem dann wichtig, wenn die Haut geschädigt wurde - etwa durch einen Sonnenbrand, erklärt Diätassistentin Margret Morlo. Vitamin A kommt zum Beispiel in Milchprodukten, Möhren und Fisch vor.

Gelegentlich könne man auch lesen, dass Vitamin A einen milden Sonnenschutzfaktor von zwei bis drei aufbaut, sagt Stefan Kabisch, Studienarzt am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke.

Aber Kabisch erklärt: "Die dafür nötigen Beta-Carotin-Dosen liegen so hoch, dass man täglich kilogrammweise Möhren essen müsste. Bei Rauchern bleibt der Effekt komplett aus."

Zitrusfrüchte sind reich an Vitamin C. Dieses Vitamin ist neben anderen wichtig für eine gesunde Haut.
Zitrusfrüchte sind reich an Vitamin C. Dieses Vitamin ist neben anderen wichtig für eine gesunde Haut.  © Andrea Warnecke/dpa-tmn

Vitamin A schützt nicht vor Sonnenbrand, sagt auch Morlo, betont allerdings: "Wenn die Haut einer Stresssituation ausgesetzt ist, und starke Sonneneinstrahlung sowie Sonnenbrand sind Stress für die Haut, dann ist es jedoch wichtig, dass der Mechanismus der Haut einwandfrei funktioniert."

Neben Vitamin A trägt dazu auch Vitamin C bei. Es hilft der Haut, Feuchtigkeit zu regulieren. Dafür sind Zitrusfrüchte, Paprika, aber auch Kartoffeln gute Lieferanten.

Und auch Vitamin E und B-Vitamine spielen eine wichtige Rolle bei der Hauterneuerung: Sie werden vor allem benötigt, wenn man Wunden hat. Diese Vitamine finden sich in Getreideprodukten, allen voran Vollkorngetreide, aber auch in Gemüse und Milchprodukten.

Eine weitere Substanz, die beim Sonnenschutz helfen kann, steckt in Tomaten: Lycopin fängt als Antioxidans aggressive Sauerstoffverbindungen ein, die infolge der UV-Strahlen entstehen, und macht sie unschädlich.

So schützt Lycopin nicht nur vor den kurzwelligen UVB-Strahlen, die Sonnenbrand auslösen, sondern noch weitaus besser vor den langwelligen UVA-Strahlen, die vor allem unschöne Falten verursachen.

Wenn es um hautgesunde Ernährung geht, sprechen die meisten übers Essen. Aber vor allem gehört genügend Flüssigkeit dazu.
Wenn es um hautgesunde Ernährung geht, sprechen die meisten übers Essen. Aber vor allem gehört genügend Flüssigkeit dazu.  © 123RF

"Man muss jedoch beachten, dass es mehrere Wochen dauert, bis sich der Schutz aufbaut", sagt Jean Krutmann, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Leibniz Instituts für Umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf.

Und auch dann erzielt man nur einen Lichtschutzfaktor von fünf bis sechs. Einen veritablen Sonnenschutz kann man sich also nicht anfuttern.

Es ist eher so: Wer sich ausgewogen ernährt, schafft eine gute Basis für einen Tag in der Sonne. Dabei darf nicht vergessen werden, dass auch genügend Flüssigkeit unbedingt dazugehört. Die bekommt die Haut am besten aus Mineral- und Leitungswasser, ungesüßten Kräuter- oder Früchtetees.

Flüssigkeit dient der Aufpolsterung der Haut und verleiht ihr mehr Spannkraft, sagt Morlo. Ein rein kosmetischer Effekt ist das nicht. Denn ist die Haut gut aufgepolstert, kommt sie auch besser mit Stress zurecht - also auch mit Sonne.

Wer sich hautgesund ernährt, macht also generell nichts falsch - egal, ob im Sommer oder Winter. Den Sonnenschutz aus Cremes oder Sprays kann das aber nicht ersetzen.


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