Lebenslang für Mord an Leipzigerin Sophia: So grausam starb die Tramperin

Leipzig/Bayreuth - Es war ein Vertuschungsmord: Im Prozess um den gewaltsamen Tod der Leipziger Tramperin Sophia (†28) hat das Landgericht Bayreuth den marokkanischen Fernfahrer Boujemaa L. (42) am Mittwoch zu lebenslanger Haft verurteilt (TAG24 berichtete). Die Richter sprachen den Familienvater des Mordes und der gefährlichen Körperverletzung schuldig.

Muss lebenslang hinter Gitter: Fernfahrer Boujemaa L. (42) wurde am Mittwoch wegen Mordes an der Leipziger Tramperin Sophia (28) verurteilt.
Muss lebenslang hinter Gitter: Fernfahrer Boujemaa L. (42) wurde am Mittwoch wegen Mordes an der Leipziger Tramperin Sophia (28) verurteilt.  © Daniel Karmann/dpa

Als Sophia am Abend des 14. Juni 2018 am Aral-Autohof Schkeuditz in den Lastwagen von Boujemaa L. stieg, wollte sie in ihre alte Heimat Amberg (Oberpfalz) fahren - zum Geburtstag ihres Vaters. Doch dort kam sie nie an.

Was in den darauffolgenden Stunden passierte, hat das Landgericht wie folgt zusammengefasst: Bis kurz vor Nürnberg lief die Fahrt relativ problemlos. Fahrer und Tramperin unterhielten sich, er zeigte ihr die Fotos seiner vier Kinder. Nur wenige Kilometer vor dem Reiseziel bog L. plötzlich ungeplant auf den Rasthof Sperbes (Franken) ab. Der Fernfahrer habe die junge Frau dort sexuell bedrängt, so das Gericht in einem Urteil.

Sophia habe den aufdringlichen Mann "klar und deutlich" zurückgewiesen. Ihr Todesurteil! "Zutiefst gekränkt" habe der Marokkaner mit einem Radmutternschlüssel mindestens vier Mal auf den Kopf der Studentin geschlagen, sodass sie das Bewusstsein verlor. Er wollte sie für ihr Verhalten bestrafen, zu diesem Zeitpunkt aber "auf keinen Fall töten", sagte der Vorsitzende Richter Bernhard Heim.

Zu diesem Entschluss kam der Trucker erst nach kurzer Überlegung - um seine Tat zu vertuschen. Wieder schlug er mit dem Radmutternschlüssel zu, diesmal starb Sophia.

Danach reinigte Boujemaa L. die Leiche und wickelte sie in ein Bettlaken. Rund 1800 Kilometer fuhr er mit der Toten durch Europa. Erst vier Tage nach dem Mord warf er den leblosen Körper in Nordspanien in einen ausgetrockneten Bach, schüttete Benzin darüber und zündete ihn an.

Zu einer Sexualstraftat - wie es zunächst in der Anklage hieß - kam es laut Gericht nicht, weil sich Sophia heftig wehrte.

Mehr zum Thema Mord:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0