NRW: Sorge um IS-Rückkehrer aus Syrien nach Türkei-Angriff

Düsseldorf - Bei der befürchteten Rückkehr deutscher Islamisten aus den IS-Gebieten wollen die nordrhein-westfälischen Behörden besonders auf radikalisierte Frauen und Kinder achten.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU).
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU).  © dpa/Oliver Berg

Es gehe darum, "die Ausbreitung ihrer Hass-Ideologie" zu stoppen, sagte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Ein Netzwerk aus Verfassungsschutz, Jugendämtern und Schulen solle dabei helfen.

Handlungsempfehlungen würden derzeit erarbeitet. "Auf Dauer müssen wir alles daransetzen, diese Leute wieder zu entradikalisieren, damit sie keine Gefahr mehr für die Gesellschaft darstellen", sagte Reul.

"Wichtigstes und erstes Ziel ist es, zu verhindern, dass diese oft kampferprobten Menschen hier wieder Straftaten begehen."

Wie viele der aus Deutschland stammenden IS-Kämpfer die türkische Militäroffensive in Nordsyrien zur Flucht aus Haftanstalten und Lageren genutzt haben, ist unbekannt.

Die Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und ihre Angehörigen waren zuletzt in Lagern festgehalten worden, die von kurdischen Gruppen kontrolliert wurden.

Von ideologisierten, weiblichen Rückkehrern gehen nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden langfristig genauso große Risiken aus wie von Männern. "Sie vernetzen die Szene und tragen die Jihad-Ideologie an ihre Kinder und andere Frauen weiter", so das Düsseldorfer Innenministerium.

Derzeit hielten sich rund 300 Minderjährige mit Bezügen nach Deutschland in den Kriegsgebieten auf. "Sie sind Opfer des IS, des Krieges und der Ideologie ihrer Eltern."

Rauch steigt über der syrischen Stadt Ras al-Ain auf, die zuvor durch die türkischen Streitkräfte bombardiert wurde.
Rauch steigt über der syrischen Stadt Ras al-Ain auf, die zuvor durch die türkischen Streitkräfte bombardiert wurde.  © Cavit Ozgul/AP/dpa

Titelfoto: dpa/Oliver Berg

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