SOS! Dampfschiffahrt steuert auf Krise zu

Die „Kurort Rathen“ in der Werft in Dresden- Laubegast. Hier überwintern einige Schiffe der Sächsischen Dampfschiffahrts GmbH.
Die „Kurort Rathen“ in der Werft in Dresden- Laubegast. Hier überwintern einige Schiffe der Sächsischen Dampfschiffahrts GmbH.

Von Dominik Brüggemann

Dresden - Die Sächsische Dampfschiffahrts GmbH steuert in die nächste Krise. Schuld ist die extreme Dürre im Sommer: Der niedrige Pegel hatte den Schiffsverkehr für sechs Wochen stark eingeschränkt, an acht Tagen sogar gestoppt.

Die vorläufige Bilanz: „Aktuell fehlen uns rund 160.000 zahlende Passagiere im Vergleich zum Vorjahr“, sagt Flotten-Sprecher Robert Rausch (36).

Vergangenes Jahr schipperten noch rund 670.000 Gäste mit den historischen Dampfern. Das Passagierminus von rund 24 Prozent schlägt erheblich auf die Kasse.

Konkrete Angaben wollte Rausch noch nicht machen, doch ein Minus scheint gewiss.

Karin Hildebrand (60), Geschäftsführerin der „Weißen Flotte“, fehlen rund 160 000 Passagiere im Vergleich zum Vorjahr.
Karin Hildebrand (60), Geschäftsführerin der „Weißen Flotte“, fehlen rund 160 000 Passagiere im Vergleich zum Vorjahr.

Bei der Hochwasser-Saison vor zwei Jahren verbuchte die Flotte ein Minus von 1,25 Millionen Euro, damals fehlten etwa gleichviel Gäste. Letztes Jahr folgte eine freundlichere Saison - mit immerhin 580.000 Euro Gewinn.

Geschäftsführerin Karin Hildebrand (60) will in der Krise gegensteuern und retten,was noch zu retten ist. „Wir dehnen den Herbstfahrplan aus, die Ferien sind jetzt unsere Hoffnung“, so ihr Flotten-Sprecher Rausch.

Winterfahrten zur Weihnachtszeit sollen weitere Gäste an Bord holen. Doch das Minus kann auch im goldenen Herbst nicht mehr aufgeholt werden.

„Die Entwicklung ist absolut gegen den Plan. Doch auch bei den Hochwassern 2002 und 2013 haben wir die Krise gemeistert“, sagt Rausch.

Dabei hatten die Kapitäne im Sommer alles probiert: Die Dampfer „Leipzig“ (Baujahr 1929) und „Diesbar“ (Baujahr 1884) wurden erleichtert, schwere Waren und Ausrüstung an Land getragen, um den Tiefgang zu verringern.

Für Dürre-Ausflugsfahrten in der Stadt genügte das, nicht jedoch für eine positive Bilanz. Die Weiße Flotte bereitet sich nun volle Kraft auf die nächste Saison vor: Erste Schiffe zogen Werftmitarbeiter gestern in Laubegast bereits aus der Elbe.

„Sie werden entrostet, repariert und für den Winter eingemottet“, so Rausch. Das nächste Jahr kann nur besser werden … Bei der Hochwasser-Saison vor zwei Jahren verbuchte die Flotte ein Minus von 1,25 Millionen Euro, damals fehlten etwa gleichviel Gäste.

Besonders die lange Trockenzeit im Sommer hat der Flotte schwer zu schaffen gemacht. Der Pegel war für die Schiffe zu niedrig.
Besonders die lange Trockenzeit im Sommer hat der Flotte schwer zu schaffen gemacht. Der Pegel war für die Schiffe zu niedrig.

Fotos: Ove Landgraf, Eric Münch, Steffen Füssel


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