Frau zerrt Bekannten wegen Vergewaltigung vor Gericht, doch dann wird es demütigend für sie

Southport (Australien) - Ganz schön unangenehm: Eine Frau aus dem australischen Southport bezichtige einen Bekannten der Vergewaltigung. Als Justin Banham (49) am Mittwoch vor dem zuständigen Bezirksgericht erschien, kam jedoch heraus, dass die Frau etwas Entscheidendes vergessen hatte - sie hatte dem Sex zugestimmt.

Das Opfer hatte eine entscheidende Erinnerungslücke (Symbolbild).
Das Opfer hatte eine entscheidende Erinnerungslücke (Symbolbild).  © 123RF

Banham wurde ursprünglich vorgeworfen, dass er das "Opfer" am 8. Oktober 2017 vergewaltigt hatte. Erst am Mittwoch kam dann heraus, wie es wirklich gewesen war.

Demnach erinnerte sich die Frau doch noch, dass sie den 49-Jährigen am betreffenden Tag zu sich nach Hause eingeladen hatte. Banham betrat damals das Haus der Dame und schob sie irgendwann "rückwärts auf die Couch, wobei sie sich am Rücken verletzte".

Kurz darauf hatte das Paar einvernehmlichen Sex. Doch am nächsten Tag wandte sich die Frau an die Polizei und behauptete, sie sei von dem Mann vergewaltigt worden.

Staatsanwalt Matthew Hynes, der die Anklage wegen Vergewaltigung zurückzog, teilte dem Gericht mit, das Paar habe sich vor einigen Jahren bei einer kirchlichen Veranstaltung getroffen und sei "gelegentlich zum Sex" zusammengekommen.

Hynes erklärte, dass die Frau eine Vorgeschichte von posttraumatischem Stress und Persönlichkeitsstörungen habe. Er sagte, dass es in ihrem Fall möglich sei, dass Sex mit Männern bei ihr alte Erinnerungen wachrufen könne.

Justin Banham verlor seinen Job

Richterin Catherine Muir schätzte die Lage komplett anders ein, als das Opfer (Symbolbild).
Richterin Catherine Muir schätzte die Lage komplett anders ein, als das Opfer (Symbolbild).  © 123RF

"Sie hat ein großes Alkoholismus-Problem, da sie jeden Tag eine beachtliche Menge Alkohol trinkt. Und das hat einen Einfluss auf ihre geistige Gesundheit... und die Wahrnehmung der Dinge", so Hynes. Und weiter: "Das spielt auch deshalb eine Rolle, weil sie manchmal Dinge vergisst."

Richterin Catherine Muir erklärte, dass die Frau einen "falschen Eindruck" von dem habe, was passiert sei. Nachdem Hynes die Vergewaltigungsvorwürfe zurückgezogen hatte, bekannte sich Banham im Gegenzug schuldig zur Körperverletzung - denn er hatte die Frau ja angeblich am Rücken verletzt.

Banhams Verteidiger, Peter Nolan, sagte, sein Mandant habe zwar "keine Erinnerung" an den Angriff, bekannte sich jedoch trotzdem schuldig, um seinem "Opfer" den Auftritt vor Gericht zu ersparen. Es wäre für die Frau wohl noch demütigender geworden.

Nolan sagte, die Anklage sei für Banham, der keine Vorstrafen und seinen Job als Uber-Fahrer verloren hatte, "äußerst schwierig" gewesen. Wenigstens erinnerte sich die Frau am Ende doch noch daran, dass sie nicht von ihm vergewaltigt wurde.


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