Schulsozialarbeiter in Sachsen dringend gesucht!

Zwei Schulsozialarbeiter sprechen mit Schülern aus Chemnitz.
Zwei Schulsozialarbeiter sprechen mit Schülern aus Chemnitz.  © DPA

Dresden - Traurige Wahrheit: In Sachsen hat man über viele Jahre die Sozialarbeit an Schulen sträflich vernachlässigt. Um Fehler zu korrigieren, beschloss die sächsische Staatsregierung im Februar eine entsprechende Förderrichtlinie.

"Ziel ist, dass kein Kind auf der Strecke bleibt – sondern bessere Chancen für die Zukunft hat", sagte Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU, 52) dazu.

Im aktuellen Doppelhaushalt 2017/2018 wurden 30 Millionen Euro eingestellt. Angestrebt wird, dass sich ab Herbst 2018 an jeder Oberschule eine Vollzeitkraft um die sozialen Belange der Schüler kümmert. "Eine erfreuliche Entwicklung", kommentiert das Wolfgang Müller (56) von der AG Schulsozialarbeit Sachsen.

Der Bildungsreferent weiß: Vor der Einführung des Programms gab es in Sachsen lediglich 305,3 Sozialarbeiter-Vollzeitstellen für 1483 allgemeinbildende Schulen.

Müller warnt eindringlich davor, Sozialarbeiter mit Wunderheilern oder Hilfslehrern zu verwechseln: "Die Schulsozialarbeit ist ein Angebot der Kinder- und Jugendhilfe für die Kids und Teenager am Lebensort Schule. Sie ist kein Reparaturbetrieb für schulische Notstände." Vielmehr sollen die Sozialarbeiter jenseits des Unterrichts Ansprechpartner, Anwälte und Berater der Kinder sein und etwa bei Mobbing-Fällen intervenieren.

Peter Lorenz (55) freut sich als Vater und Sprecher der Kreis-Elternräte, dass der Freistatt endlich mehr Geld in das Universum Schule pumpt: "Wir Eltern sind unzufrieden mit der jetzigen Situation und dem Klima an den Bildungseinrichtungen. Wir haben außerordentlichen Respekt vor den Pädagogen und deren Leistung und wünschen uns mehr Kooperationen zwischen Eltern und Lehrern. Das neue Schulgesetz gibt das her.“

Peter Lorenz ist Sprecher der 13 Kreiselternräte.
Peter Lorenz ist Sprecher der 13 Kreiselternräte.  © Thomas Türpe

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