Leipziger Studie: So ticken AfD-Wähler wirklich!

Blick auf eine AfD-Demo im Mai in Dresden. Die Anhänger der Partei kommen laut einer Studie aus allen sozialen Schichten.
Blick auf eine AfD-Demo im Mai in Dresden. Die Anhänger der Partei kommen laut einer Studie aus allen sozialen Schichten.  © O. Landgraf

Leipzig - Die AfD - die Partei des "kleinen Mannes"? Von wegen! In einer Studie räumt der Leipziger Soziologie-Professor Holger Lengfeld (47) mit der Legende vom "Modernisierungsverlierer" auf. Sein Fazit: Die Rechtspopulisten haben Sympathisanten in allen Schichten!

Geringer Bildungsgrad, kein oder nur geringes Einkommen, geplagt von sozialen Abstiegsängsten - dieses Bild vom "typischen" AfD-Wähler bestimmt die öffentliche Wahrnehmung.

Die Realität ist eine andere, hat Professor Lengfeld in einer Studie herausgefunden. Dazu wertete der Chef des Leipziger Instituts für Soziologie die Umfragedaten von über 1000 in Deutschland Wahlberechtigten aus.

"Meine Analyse zeigt, dass Personen mit niedrigem sozialen Status keine höhere Wahrscheinlichkeit als Personen mit höherem Status haben, sich bei der Bundestagswahl 2017 für die AfD auszusprechen", sagt der Wissenschaftler

Im Gegenteil: Es gebe eher eine leichte statistische Tendenz, dass die sogenannten Bessergestellten mit dieser Partei sympathisieren, so Lengfeld. Die von SPD, CDU und Linken gern verwendete "Modernisierungsverlierer-These" zur Begründung des AfD-Zuspruchs hält der Soziologe für widerlegt.

Wenn Menschen mit der AfD sympathisieren, dann geschehe das kaum aus ökonomischen Gründen, sondern weil sie gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung sind und die etablierten Parteien abstrafen wollen, so Lengfeld zur Morgenpost.

Untersuchte die Wählerschaft der AfD: Soziologie-Professor Holger Lengfeld.
Untersuchte die Wählerschaft der AfD: Soziologie-Professor Holger Lengfeld.  © Uni Leipzig

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