Dieser Berliner Politiker will gegen Spätis und Alkohol auf der Straße vorgehen

Berlin - Spätis gehören zu Berlin, wie Brad Pitt zu Angelina Jolie. Moment, die sind ja gar nicht mehr zusammen! Genau so könnte es auch der Hauptstadt und ihren nie versiegenden Snack-, Alkohol- und Nikotinquellen gehen. Ist bald Schluss mit Spätverkauf?

Dem Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel, sind die Öffnungszeiten von Spätis ein Dorn im Auge.
Dem Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel, sind die Öffnungszeiten von Spätis ein Dorn im Auge.  © Sophia Kembowski/dpa

Denn Stephan von Dassel (52, Grüne) sind die nächtlichen Gelage vor und um die Spätverkäufe ein Dorn im Auge.

Von Dassel, seines Zeichens Bezirksbürgermeister von Mitte, will mit deutlich härteren Kontrollen gegen die langen Öffnungszeiten von Spätis vorgehen, das berichtete zunächst die "Berliner Zeitung".

"Es muss jeder wissen, dass Spätis in Berlin am Sonntag zu haben", sagte von Dassel in einem Interview. "Das macht in Berlin zurzeit komplett niemand." Dann könne man Sonntagmorgen eben auch keine Milch mehr kaufen.

Mit dieser harten Linie positioniert sich von Dassel entgegen einem Parteitagsbeschluss seiner Partei, den Grünen. Darin hieß es noch, die Sonntagsöffnung von Spätis solle sogar gesetzlich festgehalten werden.

Alkoholkonsum könnte an manchen Berliner Orten komplett verboten werden

Für viele Berliner häufig die letzte Rettung: Der Späti. Doch wie lange bleibt die Berliner Tradition noch aufrecht erhalten? (Symbolbild)
Für viele Berliner häufig die letzte Rettung: Der Späti. Doch wie lange bleibt die Berliner Tradition noch aufrecht erhalten? (Symbolbild)  © Florian Schuh/dpa

Unter anderem beklagt Mittes Bürgermeister auch die Toilettensituation. Viele Spätverkäufe würden zahlreiche Sitzplätze anbieten, aber keine Toilette.

Sogar über generelle Verbotszonen für den Konsum von Alkohol soll Stephan von Dassel nachdenken. Ganz nach dem Vorbild einiger Kommunen in Baden-Württemberg.

Doch kontrolliert werden können die Spätis derzeit sowieso kaum. Es gäbe nicht genug Mitarbeiter beim Ordnungsamt und nach 22 Uhr dürfen die sowieso nicht mehr kontrollieren.

Gegen von Dassels Vorstoß hält sein Kollege, der Grüne Georg Kössler (34). Verbote hält er nicht für die "Berliner Linie". Und eine mögliche Lösung für die Spätverkäufe hätte Kössler auch bereits parat:

"Wenn sich Spätis Aufladestationen für E-Fahrräder zulegen, gelten sie rechtlich als Tankstelle." Da Tankstellen permanent geöffnet haben dürfen, würde eine einfache Steckdose am Späti weiterhin für uneingeschränkten Biernachschub in der Nachbarschaft sorgen.

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