Morddrohungen! Schiri geht bei jedem Spiel durch die Hölle

Für Schiedsrichter Jesus Tomillero ist jedes Spiel ein Spießrutenlauf.
Für Schiedsrichter Jesus Tomillero ist jedes Spiel ein Spießrutenlauf.

Spanien - Vor drei Jahren outete sich der spanische Schiedsrichter Jesus Tomillero als homosexuell. Seitdem wird er auf dem Fußballplatz und in den sozialen Netzwerken massiv beleidigt. Sogar Todesdrohungen habe er schon erhalten, sagte Tomillero der Schweizer Tageszeitung "Blick".

Im Interview beschreibt der 23-Jährige auch, was ihn zu seinem Coming-out bewogen hat. Er habe ein Juniorenspiel geleitet. Nach einer strittigen Abseitsentscheidung sei er von einem Zuschauer als "Scheiß-Schwuchtel" beschimpft worden, dem der "Schädel eingeschlagen" gehöre.

"Das wollte ich nicht auf mir sitzenlassen", so Tomillero. "Ich habe ihn verklagt und mich öffentlich geoutet". Anschließend habe er ein Jahr lang keine Spiele mehr gepfiffen. Nach der Rückkehr auf den Fußballplatz habe sich seine Situation allerdings nicht geändert.

"Dieselben Beleidigungen", sagt Tomillero. "Es gab sogar Todesdrohungen. Ich ging durch die Hölle."

Er kenne auch homosexuelle Profi-Spieler. "Aber sie werden sich hüten, sich öffentlich zu outen", weiß Tomillero. "Stellen Sie sich vor, was das los wäre in einem großen Stadion. Nicht auszudenken."


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