Spanien: Julen (†2) obduziert! Er starb an dem Tag, als er in den Schacht stürzte

Málaga - Nach 13 Tagen konnte der in einen Brunnenschacht gestürzte Julen (2) am Samstag nur noch tot geborgen werden (TAG24 berichtete). Nun steht das Ergebnis der Obduktion fest.

Jose Rosello (l.) und Victoria Garcia trauern um ihren zweiten Sohn.
Jose Rosello (l.) und Victoria Garcia trauern um ihren zweiten Sohn.  © Gregorio Marrero/AP/dpa

Wie die Zeitung "El Mundo" unter Berufung auf den vorläufigen Obduktionsbericht schreibt, sei der Zweijährige an dem Tag gestorben, als er rund 70 Meter tief in den illegal gebohrten Schacht fiel.

Der Körper des Jungen habe eine "schwere traumatische Hirnverletzung" und "mit dem Sturz kompatible Polytraumata" aufgewiesen. Auf ihn seien Felsen und andere Ablagerungen herabgestürzt, die den Schlag auf den Kopf verursacht haben.

Bei seiner Bergung sollen Julens Arme nach oben gestreckt gewesen sein, heißt es weiter. Er habe zudem Verletzungen erlitten, die mit der Reibung im Fall nach unten vereinbar waren. Insgesamt fünf forensische Experten hatten die Leiche des Kleinen untersucht.

Zuvor hatte der Delegierte der Zentralregierung in Andalusien, Alfonso Rodríguez Gómez de Celis, am Samstag erklärt, dass Julen am 13. Januar durch das enge Loch rund 71 Meter tief "im freien und schnellen Fall" verunglückt sei.

Nach dem tragischen Ausgang der tagelangen Rettungsaktion war die Anteilnahme groß. Am Nachmittag wurde die Leiche von Julen bereits zu einem kleinen Friedhof in El Palo, dem Wohnort der Familie, gebracht.

Auf dem Friedhof in El Palo wurde Julen beerdigt.
Auf dem Friedhof in El Palo wurde Julen beerdigt.  © Álvaro Cabrera/dpa

Dort hatten sich Hunderte Menschen versammelt, um Abschied zu nehmen. Viele sollen in Tränen ausgebrochen sein, als der kleine Sarg aus dem Leichenwagen wurde. Julens Eltern José und Victoria berührten ihn ein letztes Mal.

Als die Nachricht vom Tod des Zweijährigen um 1.25 Uhr in der Nacht bittere Realität wurde, soll sein Vater Augenzeugen zufolge "Nicht noch einmal, nein!" gerufen haben. Schon 2017 verloren er und seine Frau einen Sohn.

Julens älterer Bruder Oliver starb bei einem Strandspaziergang mit drei Jahren an Herzversagen. Nun mussten der arbeitslose Marktverkäufer und die Bedienung einer Fastfood-Kette auch ihr zweites Kind zu Grabe tragen - unter den Augen der ganzen Welt.

Seit der Junge in den Schacht gestürzt war, hatten mehr als 300 Retter auf Hügel Cerro de la Corona in Totalán unweit von Málaga bei der Suche geholfen und bis zuletzt auf ein Wunder gehofft - vergeblich.

Das Loch, in das Julen beim Ausflug mit der Familie gefallen war, wurde illegal auf der Suche nach Wasser gegraben. Der Freund einer Cousine von Julens Vaters soll es in Auftrag gegeben haben.

In diesem schmalen Erdloch starb der Zweijährige.
In diesem schmalen Erdloch starb der Zweijährige.  © Bomberos De Málaga/Europa Press/dpa

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0