Spargel sorgt für viel Ärger und Sorgen in Norddeutschland

Hannover/Hamburg - Keine zwei Monate nach Erntebeginn ist die Lust der Verbraucher auf Spargel derzeit verhalten. Zusätzlich stockt die Ernte mancherorts.

Helfer ernten auf einem Feld den ersten Spargel der Saison. Inzwischen ist wegen der kühlen Witterung das Wachstum ins Stocken geraten.
Helfer ernten auf einem Feld den ersten Spargel der Saison. Inzwischen ist wegen der kühlen Witterung das Wachstum ins Stocken geraten.  © DPA

"Die Nachfrage ist zur Zeit ein bisschen ruhig, aber Angebot und Nachfrage halten sich die Waage", sagte der Geschäftsführer der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer in Niedersachsen, Fred Eickhorst, in Hatten (Landkreis Oldenburg).

Das habe allerdings mehr mit dem kühlen Wetter denn mit den Preisen zu tun.

Vergangene Woche habe Spargel etwa 14 Prozent mehr gekostet als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, sagte Michael Koch von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) in Bonn. Allerdings war 2018 auch ein Ausnahmejahr: Das Wetter war deutlich wärmer - was zur Folge hatte, dass die Erzeuger große Mengen ernten mussten, aber angesichts der hohen Temperaturen die Verbraucher das Edelgemüse kaum nachfragten. Dieses sei deshalb besonders preiswert gewesen.

Im Durchschnitt vom Discounter bis zum Direktverkauf beim Bauern musste der Kunde in der vergangenen Woche 7,02 Euro für das Kilo Spargel bezahlen, erläuterte Koch. Die Spanne reiche von Schnäppchen für knapp fünf Euro bis zu Angeboten um die zehn Euro.

Saisonarbeiter stechen Spargel auf einem Hof.
Saisonarbeiter stechen Spargel auf einem Hof.  © DPA

Im Moment sei die Nachfrage zwar auch im langjährigen Vergleich relativ gering, aber wegen des kühleren Wetters sei die Erntemenge auch nicht so groß, erklärte Koch.

Schleswig-Holsteins Spargelbauern sind dagegen mit dem bisherigen Verlauf der Saison zufrieden. "Die kühlen Temperaturen sorgen für begrenzte Angebotsmengen am Spargelmarkt und damit derzeit stabile Preise", sagte Kammersprecherin Daniela Rixen. Die Qualitäten seien durchweg sehr gut.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern hat das kühle Wetter seit Anfang Mai die Spargelernte stocken lassen. Viele Erntehelfer sind schon da und müssen nun in den Betrieben anderweitig beschäftigt werden.

Wie Madeleine Buchholz vom Spargel- und Kartoffelhof Demmin (Mecklenburgische Seenplatte) berichtet, musste an manchen Tagen auf das Stechen verzichtet werden, weil trotz der Folien auf den Dämmen nichts nachgewachsen war. Die Saisonkräfte, die derzeit keinen Spargel zu stechen haben, hacken Unkraut in den Erdbeerfeldern oder räumen auf.

Viele Verkaufsstände blieben geschlossen, was für Ärger mit den Kunden sorgte. Die Spargelsaison endet offiziell am 24. Juni.

Titelfoto: DPA

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