Darum könnte die Leipziger Salafisten-Moschee großen Zulauf erhalten

Die Al-Rahman-Moschee in der Roscherstraße gilt als ein Zentrum der deutschen Salafistenszene.
Die Al-Rahman-Moschee in der Roscherstraße gilt als ein Zentrum der deutschen Salafistenszene.  © DPA

Leipzig - Finden viele muslimische Flüchtlinge in Leipzig zwangsläufig den Weg in die umstrittene Al-Rahman-Moschee? Diese Frage stellt sich der Leizpiger SPD-Vorsitzende Hassan Soilihi Mzé.

Dabei verweist er auf den Mangel an Alternativen für sunnitische Muslime in Leipzig. "Wir müssen ernst nehmen, dass sich in Leipzig für viele Flüchtlinge aus dem arabischen Raum derzeit nur die Frage stellt: Praktizierst Du in der Al-Rahman Deinen Glauben oder praktizierst du ihn gar nicht."

Mit Blick auf die islamischen Gemeinden in Leipzig hat der SPD-Chef eine Lücke ausgemacht. Jenseits der Al-Rahman-Moschee mangele es an Angeboten für gläubige Sunniten aus dem arabischen Raum. Arabische Freitagsgebete oder gar eine Seelsorge auf Arabisch sind Mangelware.

Die türkische Ditib-Moschee in der Hermann-Liebmann-Straße oder die shiitische Gemeinde in der Rosa-Luxemburg-Straße böten aus religiöser Sicht keinen Ersatz, so Soilihi Mzé.

Die Ahmadiyya-Gemeinde wird sogar von der Mehrheit der Muslime abgelehnt.

Der Imam der Al-Rahman-Moschee wird vom Verfassungsschutz beobachtet.
Der Imam der Al-Rahman-Moschee wird vom Verfassungsschutz beobachtet.  © ddp

Deshalb stellt Leipzigs SPD-Chef klar: "Die Sorge, dass insbesondere Flüchtlinge aus dem arabischen Raum den Weg zu Hassan Dabbagh finden, ist nicht unbegründet. Und dass die Al-Rahman-Gemeinde über diesen Weg wächst, ist auch nicht trivial."

Die Al-Rahman-Moschee und ihr Imam Hassan Dabbagh tauchten zuletzt in Berichten des sächsischen Verfassungsschutzes auf (TAG24 berichtete). Die Moschee in der Roscherstraße gilt als ein Zentrum der Salafistenszene in Deutschland, Imam Hassan Dabbagh als einer ihrer bekanntesten Vertreter.

Damit sunnitische Muslime in Leipzig nicht auf die Angebote der Al-Rahman-Moschee angewiesen sind, fordert SPD-Chef Soilihi Mzé "Ideen zur Schaffung alternativer Angebote". "Wir brauchen die offene Debatte zum Problem in unserer Stadt. Vor allem aber brauchen wir die Entschlossenheit, Radikalen das Wasser abzugraben", fordert er.

Als eine Alternative schlägt Soilihi Mzé "Räume der Stille" vor, wie es sie zum Beispiel an Flughäfen gibt. Diese Orte böten Menschen verschiedenen Glaubens die Möglichkeit, sich zum Gebet zurückziehen. Wie der SPD-Chef der "Leipziger Volkszeitung" erklärt, sieht er hier auch eine Aufgabe für den Flüchtlingsrat, dem Migrantenbeirat sowie die Verwaltung.

"In Leipzig mangelt es nicht an zivilgesellschaftlichen Akteuren. Unser Problem ist: Das Thema hat bislang niemand auf dem Radar", stellt Soilihi Mzé gegenüber der LVZ fest. Dabei war die Warnung des Verfassungsschutzes eindeutig.


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