Beim Speed-Shopping sitzt einem nur die Zeit im Nacken

Von Uwe Blümel

Schweißtreibende Jagd gegen die Zeit: Im Media Markt wurde quasi im Vorbeiflitzen ein Handy für Sohn Nico mitgenommen.
Schweißtreibende Jagd gegen die Zeit: Im Media Markt wurde quasi im Vorbeiflitzen ein Handy für Sohn Nico mitgenommen.

Dresden - Diese Geschichte muss mit einer Entwarnung beginnen: Nein, die vier Flitzer, die Samstag wie verrückt durch den Elbe Park rannten und von einem Pulk Neugieriger verfolgt wurden, waren keine Diebe!

Es waren vielmehr Speed-Shopper, die aus 103 Bewerbern ausgelost wurden. Statt einzukaufen durften sie so viel mitnehmen, wie sie tragen konnten. Die Regeln: Per Glücksrad musste zuerst eine Einkaufssumme erdreht werden.

Dabei konnte man aber auch auf einem der gefürchteten Handicap-Felder landen. Dann mussten unförmige Handschuhe angezogen oder ein sperriger Einkaufswagen mitgeschleppt werden.

Genau dieses Los traf Bettina Frenzel (46) aus Moritzburg. Sie quälte sich mit dem Wagen regelkonform durch vier Geschäfte. Pro Laden durfte sie 300 Euro ausgeben, doch nicht überbieten! Sonst wäre alles futsch gewesen.

Einkauf“ im Zeitraffer: Bettina Frenzel (46) grabschte sich gestern innerhalb von zehn Minuten einen Einkaufswagen voller Geschenke zusammen.
Einkauf“ im Zeitraffer: Bettina Frenzel (46) grabschte sich gestern innerhalb von zehn Minuten einen Einkaufswagen voller Geschenke zusammen.

"Zwei Koffer hatte ich mir vorher schon ausgeguckt", gestand sie.

Auch die zwei Paar Fußballschuhe Größe 45-1/2 und das Dynamo-Trikot für Sohn Nico (20) hatte der am Vormittag schon mal vorsorglich anprobiert.

Im Mediamarkt griff sie nach einem Handy und hatte dann noch über 3 Minuten und 300 Euro übrig.

Die wurden in der Parfümerie Thiemann auf den Kopf geschlagen: "Ich hatte eigentlich noch eine Armbanduhr für meinen Mann auf dem Zettel, aber dann saß mir die Zeit im Nacken."

Am Ende hatte sie Waren für 986,72 Euro im Wagen. 1200 Euro hätte sie ausgeben dürfen.

Die anderen Speed-Shopper hatten es auf Hosen, Schmuck, Videospiele oder Gutscheine abgesehen. Wer diesmal leer ausging: "Nächstes Jahr gibt’s wieder ein Speed-Shopping", verspricht Elbe Park-Manager Gordon Knabe (41).

Fotos: Norbert Neumann (2)


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