Nach Serie von Automaten-Sprengungen: Täter in Holland festgenommen

Spenge – In den Niederlanden hat die Polizei zwei Männer festgenommen, die sie für Sprengungen von Geldautomaten unter anderem im westfälischen Spenge verantwortlich macht.

Im März 2018 wurde das Haus in Spenge in zwei Teile gerissen.
Im März 2018 wurde das Haus in Spenge in zwei Teile gerissen.

Ein 28 Jahre alter Mann wurde von niederländischen und deutschen Fahndern in 's-Hertogenbosch gefasst, teilte das Landeskriminalamt in Hannover am Dienstag mit.

Ein weiterer 25 Jahre alter Tatverdächtiger wurde nach seiner Festnahme bei Utrecht inzwischen an die niedersächsischen Behörden überstellt.

Die Verdächtigen sollen hinter Sprengungen in Niedersachsen stecken. Bei der Tat in Spenge explodierte im März des vergangenen Jahres eine Gasflasche und das angrenzende Wohnhaus wurde in weiten Teilen zerstört (TAG24 berichtete).

Die zwei Männer werden einer Gruppe von rund 350 Tätern aus den Niederlanden zugerechnet, die seit Jahren serienweise Automaten in Deutschland in die Luft jagen.

Sie firmiert wegen ihrer Vorliebe für entsprechende PS-starke Wagen auch als Audi-Bande. Sie türmen mit hochmotorisierten Autos und extrem rücksichtslosem Fahrverhalten. Nach der Sprengung in Spenge wurde das Fluchtfahrzeug, ein hochmotorisierter Audi, in Melle bei Osnabrück gefunden.

365 Automatensprengungen im letzten Jahr

Auch das Juwelier-Geschäft "Hellmann" wurde damals zerstört.
Auch das Juwelier-Geschäft "Hellmann" wurde damals zerstört.

Bundesweit ist die Zahl der Angriffe von Automatensprengern auf Geldautomaten im vergangenen Jahr auf 365 gestiegen nach 268 Taten im Jahr 2017, teilte das Bundeskriminalamt mit.

In 138 Fällen kamen die Täter an Geld, in 220 Fällen blieb es beim Versuch, sieben Fälle sind unklar. Besonders betroffen sind Nordrhein-Westfalen (108 Fälle), Niedersachsen (54 Fälle), Hessen (31 Fälle) und Rheinland-Pfalz (27 Fälle). Seit Jahresbeginn wurden in Niedersachsen bereits wieder sieben Geldautomaten angegangen.

Vor der aktuellen Festnahme hatten niederländische Fahnder mit raffinierter Recherche versucht, die Automatensprenger zu überführen. Wie die niederländische Polizei mitteilte, wurde dazu auch eine Glassplitter-Datenbank aufgebaut.

Glas sei wie ein Fingerabdruck, die Zusammensetzung sei einzigartig. Wenn bei einem Festgenommenen Glassplitter entdeckt würden, könnten diese möglicherweise mit einem Tatort in Verbindung gebracht werden.

Dass eine steigende Zahl von Sprengversuchen erfolglos bleibt, liegt nach Vermutung der Polizei an den immer besser gesicherten Geldautomaten.

Dies führt zu dem neuen gefährlichen Trend, dass nicht mehr Gas in die Automaten eingeleitet und gezündet wird, sondern bei besser gesicherten Geldautomaten zu Sprengstoff gegriffen wird, um an das Geld zu kommen.

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